28. März 2019

Ab 1. April 2019: Wichtige Änderungen in der Praxis

Anfang April treten einige Änderungen im Bereich Gesundheit in Kraft, die insbesondere für niedergelassene Ärzte relevant sind. Wir haben eine Auswahl wichtiger Neuregelungen zusammengestellt.

Lesedauer: 2 Minuten

Der folgende Beitrag beruht auf Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.1 Redaktion: Dr. Nina Mörsch

EBM: Anhang 2 wird angepasst

Der Anhang 2 zum EBM wird zum 1. April an die Version 2019 des Operationen- und Prozedurenschlüssels des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information angepasst. Die Umstellung auf die Version 2019 erfolgt erst mit dem zweiten Quartal, da zunächst die Softwarehäuser die aktuelle Fassung des Anhangs 2 des EBM in die Praxisverwaltungssysteme integrieren und die Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Abrechnungssoftware anpassen müssen.1

Anpassungen in der Humangenetik

Des Weiteren werden ab April die humangenetischen Beurteilungsleistungen nach den Mutterschafts-Richtlinien des GB-A nach der Schwere der Erkrankung differenziert.2 Liegt in einer weiterführenden Untersuchung (sonographische Diagnostik, Untersuchung von Nabelschnurblut, Fruchtwasser und/oder Chorionzotten- oder Plazentagewebe) ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung des Fötus vor, kann künftig der höher bewertete Zuschlag 01796 zur Grundleistung GOP 01794 bis zu neunmal im Krankheitsfall berechnet werden.

Liegt kein Hinweis auf eine genetisch bedingte Erkrankung aus einer weiterführenden Untersuchung vor, kann der geringer bewertete Zuschlag GOP 01795 bis zu dreimal im Krankheitsfall abgerechnet werden.

Weitere Anpassung zur vorgeburtlichen Diagnostik
Bezüglich der vorgeburtlichen Diagnostik hat der Bewertungsausschuss festgelegt, dass die durchgeführten Untersuchungen je Fötus und Mutter gesondert zu kennzeichnen und berechnungsfähig sind. Mit dieser Regelung sollen Mehrlingsschwangerschaften berücksichtigt werden.

Telematikinfrastruktur: Frist bis Ende Juni

Bis Ende März müssen Arzt- und Psychotherapeutenpraxen alle Komponenten für die Telematikinfrastruktur bestellen und dies gegenüber ihrer Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen. Bis Ende Juni muss die Technik installiert sein. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag TI-Anmeldung bis Ende März: Das müssen Praxisärzte jetzt wissen.

Krankenbeförderung: Neues Verordnungsformular

Zum 1. April ändert sich das Verordnungsformular für die Krankenbeförderung (Formular 4). Es soll das Ausfüllen erleichtern und Nachfragen insbesondere von Krankenkassen und Transportunternehmen vermeiden. Inhaltlich nimmt es auf die Pflegegrade Bezug und nicht mehr auf die alten Pflegestufen. Aufgrund der strukturellen Änderungen können die bisherigen Formulare ab April nicht aufgebraucht werden. Praxen sollten rechtzeitig neue Vordrucke bestellen. Das neue Formular wird auch in den Praxisverwaltungssystemen hinterlegt sein.3

Zwei neue Laboruntersuchungen im EBM ausgenommen

Der Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern und die Vorbehandlung von roten Blutkörperchen mit Dithiothreitol werden als neue Leistungen in den EBM aufgenommen. Die Änderungen gehen zurück auf die Fachinformation zu Arzneimitteln, zu denen derzeit eine frühe Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) erfolgt.1

Demnach ergab sich unter anderem bei der Überwachung einer Enzymersatztherapie mit Velmanase (Lamzede®) Anpassungsbedarf im EBM. Konkret geht es um den Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern, die sich dabei bilden und zu schweren Immunreaktionen führen können. Der Bewertungsausschuss nimmt für diesen Nachweis die Gebührenordnungsposition (GOP) 32480 in den EBM-Abschnitt 32.3.5 (Immunologische Untersuchungen) auf. Ärzte erhalten je Untersuchung 18,65 Euro. Obwohl die Bildung von Antikörpern auch für andere Wirkstoffe beschrieben ist, konnte im Bewertungsausschuss nicht erreicht werden, dass der Nachweis von Anti-Drug-Antikörpern arzneimittelunabhängig in den EBM aufgenommen wird.

Vorbehandlung von roten Blutkörperchen
Zur Behandlung von hämatologischen Neoplasien wird der monoklonale Antikörper Daratumumab (Darzalex®) eingesetzt. Dieser verursacht bei blutgruppenserologischen Untersuchungen – etwa Blutkompatibilitätstests – bestimmte Interferenzen. Daher ist eine Vorbehandlung der Erythrozyten notwendig. Für diese Vorbehandlung der Test- beziehungsweise Spendererythrozyten mit Dithiothreitol können Ärzte ab dem 1. April die GOP 32557 abrechnen. Sie wird neu in den EBM-Abschnitt 32.3.6 (Blutgruppenserologische Untersuchungen) aufgenommen und extrabudgetär mit 19,20 Euro je Untersuchung vergütet.

1. Kassenärztliche Bundesvereinigung: Im Überblick: Neuerungen und Änderungen 2019

2. KBV, 13.12.2018: Anpassungen zur Tumordiagnostik und Humangenetik im EBM

3. KBV, 17.05.2018: Neues Formular 4 ab April 2019

Titelbild: © iStock.com/Bychykhin_Olexandr

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