16. April 2021

Ärztestatistik 2020

Zahlen & Fakten zu Deutschlands Ärzten

Die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer bestätigt deutlich das Altersproblem der deutschen Ärzteschaft. Der Anteil junger Ärzte stagniert weiter. Vorteilhaft wirkt sich im Coronajahr dagegen der gesunkene Anteil abwandernder Ärzte aus.

Lesedauer: 3 Minuten

Alle Daten stammen aus der Ärztestatistik 2020 der Bundesärztekammer. Redaktion: Marc Fröhling

Ärztezuwachs geringer als in den Vorjahren

Die Gesamtzahl der bei den Landeskammern gemeldeten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland ist im Jahr 2020 um 2,1% auf 536.900 gestiegen. Die Zahl der berufstätigen Kollegen liegt aktuell bei 409.100. Im Vorjahr waren 402.100 berufstätige Ärzte gemeldet.

Mit 1,7% fällt der Zuwachs damit geringer aus als noch in den Vorjahren. Mehr als die Hälfte der berufstätigen Ärzte (51,8%) ist in einem Krankenhaus beschäftigt.

Der Frauenanteil an der berufstätigen Ärzteschaft ist auch im vergangenen Jahr weiter leicht angestiegen und beträgt nun 48,2%. Zum Vergleich: Im Jahr 1991 betrug der Frauenanteil lediglich 33,6%. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Sorge um Zuwachs junger Ärzte

Der Anteil an Ärzten unter 35 Jahren blieb auch im Jahr 2020 konstant bei rund 19%. Sorge bereiten vor allen Dingen die Zahlen junger Ärztinnen und Ärzte aus dem Inland, die sich erstmals bei einer Kammer angemeldet haben. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Statistik hier sogar einen Rückgang um 1,1%.

Abb. 1: Anteil der Ärzte unter 35 Jahren.

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt betrachtet diese Entwicklung mit Sorge, gerade mit Blick auf die alternde Gesellschaft: „Wir brauchen dringend eine ausreichende Anzahl von Ärztinnen und Ärzten, um die Folgen des anhaltenden Trends zur Teilzeitarbeit, des steigenden Durchschnittsalters der Ärzteschaft und des demografischen Wandels zu bewältigen. Sinkt die Zahl der zur Verfügung stehenden Arztstunden, wird das nicht gelingen.“ Reinhardt fordert deshalb von Bund und Ländern bessere Ausbildungsbedingungen und eine konsequente Nachwuchsförderung.

Zahl Niedergelassener sinkt

Abb. 2: Entwicklung ambulant Angestellter.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der ambulant tätigen Ärzte um 1% gestiegen und liegt nun bei 161.400. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre. Weiter gesunken ist jedoch die Zahl der niedergelassenen Kollegen um 1,2% auf nun 114.900. Zunehmend beliebt ist das Modell der Anstellung im ambulanten Bereich.

Trend zu weniger Einwohnern pro Arzt hält an

Abb. 3: Arztdichte in den einzelnen Bundesländern.

Bundesweit kamen im Jahr 2020 auf einen berufstätigen Arzt im Durchschnitt 203 Einwohner, etwas weniger als noch im Vorjahr (207). Die höchste Arztdichte herrschte in den Stadtstaaten mit 133 bis 157 Einwohnern pro Arzt. Dahinter folgte das Saarland mit 194 Einwohnern pro Arzt. Mit 234 und 248 hatten 2020 Niedersachsen und Brandenburg die meisten Einwohner auf einen Arzt zu verzeichnen.

Abb. 4 : Entwicklung der Arztdichte seit 1960.

Der Trend zu immer weniger Einwohnern pro Arzt hält somit weiter an. Vor zehn Jahren kamen auf einen Arzt noch 235 Einwohner, vor 20 Jahren waren es noch 277. Zum Vergleich: Im Jahr 1970 kamen auf einen Arzt 587 Einwohner, 1960 waren es 787.

Deutlich weniger Ärzte wandern ins Ausland ab

Die Zuwanderung von Ärzten aus dem Ausland kann wie in den Vorjahren zumindest für etwas Entlastung sorgen. So ist die Zahl der in Deutschland gemeldeten Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland auf knapp 56.000 angestiegen, was einen Zuwachs von 6,8% bedeutet. Den deutlichsten Zuwachs verzeichneten dabei Ärzte aus Nicht-EU-Ländern.

Ein starker Rückgang ist dagegen bei Ärztinnen und Ärzten zu verzeichnen, die ins Ausland abgewandert sind. Mit rund 1.700 abgewanderten Kollegen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um knapp 10% gesunken. Die Abwanderung von Ärzten mit deutscher Staatsangehörigkeit ist mit 17% noch deutlicher gesunken. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

1. Bundesärztekammer: Corona-Pandemie bremst ärztliche Nachwuchsgewinnung. Ergebnisse der Ärztestatistik zum 31. Dezember 2020.

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigter Geschäftsführer:
Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653