27. Mai 2020

Ärztestatistik 2019

Zahlen & Fakten zu Deutschlands Ärzten

Wie viele Ärzte gibt es in Deutschland? Welches sind die größten Fachgruppen? Wohin zieht es Ärzte ins Ausland? Die Antworten liefert die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer.

Lesedauer: 3 Minuten

Alle Daten stammen aus der Ärztestatistik 2019 der Bundesärztekammer.1 Redaktion: Marc Fröhling

Gesamtzahl der Ärzte steigt nur leicht

Die Gesamtzahl der bei den Landeskammern gemeldeten Ärzte ist im vergangenen Jahr um 2% auf 525.745 angestiegen. Die Zahl der berufstätigen Ärzte ist dabei leicht auf 402.119 angestiegen. Im Vorjahr waren dies 392.402 Ärzte. Der Anteil der Ärzte, die in Kliniken tätig sind, beträgt 51,5% (Vorjahr: 51,4%). Auch der ambulante Bereich konnte einen leichten Zuwachs verzeichnen. In den sonstigen Bereichen ist die Zahl dagegen überproportional angestiegen (+ 6%). Diese Kollegen stehen jedoch zur direkten Patientenversorgung nicht zur Verfügung.

Die größte Fachgruppe unter allen Ärzten bilden die Internisten vor den Allgemeinmedizinern und den Chirurgen. Betrachtet man ausschließlich die berufstätigen Ärztinnen, bildet die Allgemeinmedizin die größte Fachgruppe vor der Inneren Medizin und der Gynäkologie. Der Frauenanteil an der Gesamtärzteschaft ist auch im vergangenen Jahr weiter angestiegen und beträgt nun 47,6%.
Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Immer mehr entscheiden sich für Anstellung im ambulanten Bereich

Abb.1: Entwicklung ambulant Angestellter

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der niedergelassenen Ärzte um ein Prozent auf 116.330 gesunken. Weiter gestiegen auf 43.500 ist jedoch die Zahl der im ambulanten Bereich Angestellten. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr 1997 eine Versechsfachung.

Im Durchschnitt 207 Einwohner auf einen Arzt

Abb. 2: Arztdichte in den einzelnen Bundesländern

Bundesweit kamen im Jahr 2019 auf einen berufstätigen Arzt im Durchschnitt 207 Einwohner, etwas weniger als noch im Vorjahr (211). Die höchste Arztdichte herrschte in den Stadtstaaten mit 135 bis 160 Einwohnern pro Arzt. Dahinter folgte das Saarland mit 193 Einwohnern pro Arzt. Mit 238 und 248 hatten Niedersachsen und Brandenburg die meisten Einwohner auf einen Arzt zu verzeichnen.

Abb. 3: Entwicklung der Arztdichte seit 1960

Somit hält der Trend zu immer weniger Einwohner pro Arzt weiter an. Vor zehn Jahren kamen auf einen Arzt noch 251 Einwohner, im Jahr 2000 waren es 280. Zum Vergleich: Im Jahr 1970 kamen auf einen Arzt 587 Einwohner, 1960 waren es 787.

Anteil junger Ärzte stagniert weiterhin

Abb. 4: Anteil der Ärzte unter 35 Jahren

Nach wie vor ist in Deutschland Ärztenachwuchs dringend gefragt. 8% aller berufstätigen Ärzte hierzulande haben bereits das 65. Lebensjahr vollendet. Weitere 12% sind zwischen 60 und 65 Jahre alt. Damit hat ein Fünftel der Ärzteschaft in Deutschland den Ruhestand in absehbarer Zeit vor Augen. Dahinter folgen aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge der 1950er und 1960er Jahre überproportional viele Ärzte, die zwischen 50 und 60 Jahre alt sind. Unterdessen stagniert seit Jahren der Anteil an Ärzten unter 35 Jahren bei Werten zwischen 18 und 19%.

Abwanderung vs. Zuzug von Ärzten

Für etwas Entlastung sorgt die Einwanderung von Ärzten aus dem Ausland. Im Jahr 2019 ist die Zahl ausländischer Ärzte in Deutschland um 7% auf 58.168 gestiegen. Den größten Anteil machen hier Kollegen aus Rumänien, Syrien und Griechenland aus. Aus Deutschland abgewandert sind dagegen 1.898 Kollegen. Die beliebtesten Ziele waren hier wie in den Vorjahren die Schweiz, Österreich und die USA. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

1. Reinhardt: „Ärztinnen und Ärzte sind systemrelevant“. Ergebnisse der Ärztestatistik zum 31. Dezember 2019. Bundesärtzekammer.

Titelbild: © Getty Images/ipopba

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