23. Oktober 2020

Schweizer Ärztestatistik 2019

Zahlen & Fakten zu Ärzten in der Schweiz

Wie viele Ärzte arbeiten in der Schweiz – und wie viele davon stammen aus Deutschland? Wie sieht die Altersstruktur aus und wie hoch ist der Frauenanteil? Die Antworten liefert die aktuelle Ärztestatistik der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Lesedauer: 3 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf der FMH-Ärztestatistik 2019. Redaktion: Marc Fröhling

Gesamtzahl der Ärzte: Frauenquote steigt weiter

Im Jahr 2019 waren in der Schweiz 37.882 Ärzte berufstätig – bei einem Frauenanteil von rund 43%. Zum Vergleich: In Deutschland betrug der Frauenanteil an der Gesamtärzteschaft im Jahr 2019 47,6%.
Im Vergleich zum Vorjahr hat die Gesamtzahl der Ärzte in der Schweiz um 357 Personen zugenommen, was einem Plus von 1% entspricht. Damit fällt die Zunahme deutlich geringer aus als in den Vorjahren (2018: 625; 2017: 725; 2016: 850; 2015: 977).
52,1% der Ärzte waren 2019 hauptberuflich in einer Praxis tätig. Im Kliniksektor arbeiteten 46,4% Ärzte. 1,5%der Ärzte übten eine Tätigkeit außerhalb des Praxis- und Kliniksektors aus. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Die beliebtesten Fachgebiete & Arztdichte in der Schweiz

Die Allgemeine Innere Medizin [Anm. der Redaktion: Seit 2011 ersetzt in der Schweiz dieser Facharzttitel die bisherigen Titel „Allgemeinmedizin“ und „Innere Medizin“] ist unter allen berufstätigen Schweizer Ärzten das am häufigsten vertretene Fachgebiet (21,9%). An zweiter Stelle liegt die Psychiatrie und Psychotherapie (10,2%), gefolgt von der Kinder- und Jugendmedizin (5,1%) und der Gynäkologie und Geburtshilfe (5,1%) sowie der Anästhesiologie (4,1%).

Im Jahr 2018 kamen in der Schweiz auf einen berufstätigen Arzt 224 Einwohner, im Jahr 2012 waren es noch 252. Auf einen im Praxissektor tätigen Arzt kamen 2018 430 Einwohner. Sieben Jahre zuvor betrug die Einwohnerzahl je Arzt im Praxissektor noch 475. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.

Ausländische Fachkräfte: Großteil stammt aus Deutschland

Abb. 1: Anteil ausländischer Ärzte in der Schweiz

13.755 (36,3%) der berufstätigen Ärzte in der Schweiz stammen aus dem Ausland beziehungsweise besitzen ein ausländisches Arztdiplom. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil um 0,9% von 35,4% auf 36,3% angestiegen. Im Praxissektor beträgt der Anteil der Ärzte aus dem Ausland 32,7%, im Kliniksektor 40,2%.

Abb. 2: Herkunftsländer ausländischer Ärzte

Der Großteil der ausländischen ärztlichen Fachkräfte stammt aus Deutschland (53,4%), gefolgt von Italien (8,9%), Frankreich (6,9%) und Österreich (6,0%). 43,4% der Ärztinnen und Ärzte, die 2019 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben haben, weisen ein ausländisches Ärztediplom aus. Sie haben folgende Herkunftsländer: Deutschland 45,9%, Österreich 14,2%, Italien 9,3%, Griechenland 7,1% und Frankreich 5,9% (weitere Länder: 17,6%).

Ärztestatistik 2019: Zahlen & Fakten zu Deutschlands Ärzten: Wie viele Ärzte gibt es in Deutschland? Welches sind die größten Fachgruppen? Wohin zieht es Ärzte ins Ausland? Die Antworten liefert die aktuelle Ärztestatistik der Bundesärztekammer. Zum Beitrag >>

Hohe Arbeitszeiten in Kliniken

Ein 100-Prozent-Äquivalent entspricht bei Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz rund 55 Wochenarbeitsstunden. 2019 haben die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz durchschnittlich rund 48 Stunden pro Woche gearbeitet.

In Deutschland gab ein Großteil der Klinikärzte (41%) in einer Mitgliederbefragung des Marburger Bundes 2019 an, 49 bis 59 Stunden in der Woche inklusive aller Dienste und Überstunden zu arbeiten. Mehr als ein Fünftel (22%) berichtete sogar davon, 60 bis 80 Stunden pro Woche im Einsatz zu sein. Mehr dazu erfahren Sie hier >>

Praxisärzte: Steigendes Durchschnittsalter

Abb. 3: Durchschnittsalter Schweizer Ärzte

Das Durchschnittsalter der Ärztinnen (46,3) und Ärzte (52,6) liegt 2019 bei 49,8 Jahren. Im Praxissektor sind sie durchschnittlich fast elf Jahre älter als ihr Kollegium im Spitalsektor (54,9 Jahre gegenüber 44,0 Jahre). Dieser Unterschied im Durchschnittsalter ist hauptsächlich auf die Weiterbildung der assistierenden Ärzteschaft zurückzuführen, welche vorwiegend in Spitälern absolviert wird. Im Praxissektor steigt das Durchschnittsalter weiterhin leicht an. Während im Spitalsektor 10,1 Prozent der Ärztinnen (5,0%) und Ärzte (14,7%) 60 Jahre alt oder älter sind, sind es im Praxissektor rund 34,2 Prozent der Ärztinnen (21,9%) und Ärzte (42,5%).

1. FMH-Ärztestatistik 2019: Online-Abfragetool der FMH-Ärztestatistik.
2. Abhängigkeit vom Ausland steigt weiter an. FHM-Ärztestatistik 2019; Pressemitteilung vom 29.07.2020.
Titelbild: © GettyImages/TexBr

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