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18. Jan. 2023
Fallbeispiel

Abrechnung bei grippalem Infekt nach der GOÄ

Die in der GOÄ in diesem Zusammenhang typischen Einzelleistungen fallen naturgemäß nicht bei allen Patientinnen und Patienten gleich an. Ein erwachsener, abgeschlagen wirkender Patient mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten stellt sich vor. Die Messung ergibt eine Temperatur von 38° C. Welche Leistungen können in diesem typischen Fall abgerechnet werden?

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Abrechnung Arztpraxis
Dieser Beitrag zeigt die wichtigsten Abrechnungsziffern im Überblick. (Foto: Getty Images / NataBene)

Dieser Beitrag wird vertreten von der Redaktion des Ärzteportals www.der-niedergelassene-arzt.de, Redaktion: Nathalie Haidlauf 

Mögliche Leistungen beim Erstkontakt

Die Anamnese ist nach der GOÄ mit der Nr. 1 berechenbar, die körperliche Untersuchung mit der Nr. 7 oder mit der Nr. 8. Angesichts der mehrere Organsysteme umfassenden Symptomatik erscheint die Erhebung eines Ganzkörperstatus indiziert. Es erfolgen zusätzlich eine Blutabnahme und zum Ausschluss einer Influenza und einer Covid-Infektion Nasenabstriche. Angesichts dessen, dass ein Schnelltest negativ ausfällt und kein erhöhtes Kontaktrisiko vorlag, wird auf eine weitere, spezifische Diagnostik verzichtet. Während zu Beginn des letzten Jahres zusätzlich der „Hygienezuschlag“ zum Ansatz kommen konnte, ist anstelle dessen nun nur noch eine Faktorsteigerung möglich.

Dass es sich um eine Erkältungskrankheit, nicht um eine echte Grippe oder ­Covid-Infektion handelt, und die Verhaltensregeln werden dem Patienten ausführlich erläutert. Ein Rezept und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) werden ausgestellt, bei erwartetem Verlauf wird eine Wiedervorstellung in vier Tagen vereinbart.

Wichtig zu beachten bei der Abrechnung

Nr. 3 GOÄ (Beratung mindestens 10 Minuten) ist zwar neben der Nr. 8 (Ganzkörperstatus), nicht aber neben den Nrn. 70 (AU), 250 (Blutabnahme), 298 (Abstrichentnahme), 4648 (Ligandenassay, Untersuchungen mit ähnlichem methodischem Aufwand) berechenbar. Zwar wird die Abrechnung der Nr. 70 neben der Nr. 3 oft nicht moniert, aber schon ein Verzicht auf die Abrechnung der übrigen Ziffern würde sich nicht lohnen.

Anstelle der Nr. 3 GOÄ kommt deshalb Nr. 1 zum Ansatz, diese kann aber mit höherem Faktor (3,5-fach, 16,32 €) berechnet werden. Als Begründung, kann man in der Rechnung die tatsächlich gebrauchte Zeit anführen, aber auch eine Angabe wie etwa „ausführliche differentialdiagnostische Beratung“. 

Alle Nummern in der Übersicht

Welche weiteren GOÄ-Ziffern in diesem Beispiel zum Ansatz kommen können sowie eine Übersicht der GOÄ-Nummern, die bei Personen mit einem grippalen Infekt angesetzt werden können, lesen Sie in der vollen Beitragsversion unter www.der-niedergelassene-arzt.de/praxis/abrechnung.

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