02. Januar 2018

Ärzte-Finanzvergleich: Wo liegt Ihre Fachrichtung?

Wie sieht die Finanzsituation der niedergelassenen Ärzte in Deutschland aus? Erfahren Sie hier, welche Fachrichtungen die größten Gewinne erzielt haben und welchen Platz Sie im aktuellen Ranking einnehmen. (Lesedauer: 2 Minuten)

Der folgende Beitrag basiert auf den Zahlen zu den Durchschnittsgewinnen, die von REBMANN RESEARCH aus einer großen Anzahl von Quellen seit dem Jahr 2000 in dieser Form ermittelt werden.

Im Jahr 2017 dürften sich die Honorare der niedergelassenen Ärzte um mehr als zwei Mrd. Euro auf insgesamt fast 53 Mrd. Euro erhöht haben. Aber wie wirkt sich diese allgemeine Honorarsteigerung auf die Praxisgewinne aus?

Praxisgewinne steigen in fast allen Fachgruppen deutlich

Verlässliche Daten hinsichtlich der Praxisgewinne für West- und Ostdeutschland liegen bislang erst für das Jahr 2016 vor. Hier lässt sich feststellen, dass die Gewinne in der Durchschnittsbetrachtung und auf den einzelnen Vertragsarzt gerechnet mit wenigen Ausnahmen weiterhin ansteigen. Vielen Ärzten scheint es zu gelingen, die oben beschriebenen Honorarsteigerungen direkt in einen größeren Praxisgewinn umzumünzen.

Nephrologen und Nuklearmediziner erneut an der Spitze

Mit einem Gewinn von 312.000 Euro (West) bzw. 345.000 Euro (Ost) haben die Nephrologen ihre Spitzenposition auch im Jahr 2016 verteidigt. Auch ihre Gewinnsituation (je Arztsitz gerechnet) haben sie nach den uns vorliegenden Werten ausgebaut. In Westdeutschland folgen mit 311.000 Euro ganz knapp dahinter die Nuklearmediziner. Danach kommen die Radiologen mit 280.000 Euro. Mit einem gewissen Abstand folgen dann vier internistische Fachgruppen:

  • Hämatologen/Onkologen: 256.000 Euro
  • Gastroenterologen: 256.000 Euro
  • Kardiologen: 228.000 Euro
  • Pneumologen: 226.000 Euro

Einkommensranking: Wo liegt Ihre Fachrichtung im Vergleich?

Bei dieser Analyse liegt der Fokus auf dem Gewinn, der im Durchschnitt je Arzt angegeben wird. Der Gewinnausweis erfolgt vor Steuern. Der Arzt hat hieraus noch alle Aufwendungen für Praxistilgungen und Altersvorsorge zu bestreiten. Weitere Informationen finden Sie in den Quellen am Ende des Beitrags.

Einkommensunterschiede nehmen mit der Größe der Fachgruppe zu

Zahnärzte: Dass die Fachgruppen der Zahnärzte mit 160.000 Euro und die Allgemeinmediziner mit 155.000 Euro am Ende des Rankings liegen, könnte dadurch erklärt werden, dass die Einkommensunterschiede mit der Größe der Fachgruppe vermeintlich zunehmen. Gerade bei den Zahnärzten wird dies besonders deutlich, denn dort gibt es viele Spezialisten, die weit über den dargestellten Durchschnittswerten liegen.

Allgemeinmediziner: Selbstverständlich gilt dies auch für die Allgemeinmedizin. Bei unserem letzten Einkommensranking haben wir den interessanten Hinweis eines Arztes für Allgemeinmedizin bekommen, dass dieser durch „Lean Management“ die Umsatzrentabilität auf mehr als 70% gesteigert hat – der Durchschnittswert liegt bei den Allgemeinmedizinern bei 50%. So gibt es seitens des Umsatzes oder auch der Kosten in jeder Disziplin Möglichkeiten, an der Praxisgewinnschraube zu drehen.

Im Osten werden oft ähnliche Honorare erzielt wie im Westen

In Ostdeutschland werden rund 345.000 Euro je Vertragsarzt erreicht. Bei den Nephrologen spiegeln sich sogar noch höhere Gewinne als in Westdeutschland wider. Mit großem Abstand folgen die Radiologen mit einem Praxisgewinn von 250.000 Euro, Gastroenterologen mit 202.000 Euro und die Nuklearmediziner mit 198.000 Euro.

Zahnärzte mit 127.000 Euro deutlich unter dem westdeutschen Wert

Bei den Zahnärzten hingegen zeigt sich bei den Praxisgewinnen mit durchschnittlich 127.000 Euro je Vertragszahnarzt ein noch recht deutlicherer Unterschied im Vergleich zu Westdeutschland. Dies ist allerdings eher der signifikant höheren Zahnarztdichte in den ostdeutschen Bundesländern geschuldet und darüber hinaus einer aus gesamtdeutscher Sicht für Ostdeutschland ungünstigen Verteilung von Privatpatienten bzw. Kaufkraft.

Die Daten werden bereitgestellt durch die REBMANN RESEARCH GmbH & Co. KG. Es handelt sich um fundierte ökonomische Informationen über die Teilmärkte im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.

Die News der Woche im Video

Videodauer: 2 Minuten.

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Datenbasis dieses Gehaltsvergleichs sind zahlreiche Quellen und daraus resultierende eigene Auswertungen. Exemplarisch seien genannt:

  • Die Daten der Standesorganisationen und nahestehender wissenschaftlicher Institute (alle KVen, alle KZVen, KZBV, KBV, IZ, RKI, usw.)
  • Die Daten aller nationalen und regionalen Statistischen Ämter, Bundesgesundheitsministerium, Bundestag (auch deren Kostenstrukturanalaysen, Bundestagsanfragen usw.)
  • Daten steuerberatender Institute
  • Daten der Privaten Krankenversicherungen
  • Daten aller ärztlichen und zahnärztlichen Berufsverbände
  • Daten der Banken
  • Marktstudien vielfältiger Quellen u.v.m.

In der Regel handelt es sich um aggregierte Daten, es werden keine einzelnen Einnahmen-Überschussrechnung aus Arztpraxen ausgewertet.

Bildquelle: iStock. Bildnachweis: lappes.

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