30. April 2021

Digital miteinander, digital gesund

Deutsche Gesellschaft für Digitale Medizin (DGDM) stellt sich vor

Vor einem halben Jahr haben engagierte Mediziner die Deutsche Gesellschaft für Digitale Medizin (DGDM) gegründet. Das Ziel: Den Austausch zu digitalen Themen in Wissenschaft, Klinik, Praxis, Ausbildung und Pflege zu verbessern.

Ein Interview mit Sebastian Schulz,
2. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Digitale Medizin

Lesedauer: 3,5 Minuten

Redaktion: Sebastian Schmidt

Wie kam es zu der Idee für die Gründung der DGDM?

Die Gründungsmitglieder der Deutschen Gesellschaft für Digitale Medizin sind Ärzt:innen mit sehr diversen beruflichen Hintergründen. Die Mehrzahl ist in der medizinischen Versorgung von Patient:innen in der Klinik oder Praxis tätig. Einige sind seit mehreren Jahren bereits ausschließlich im Bereich der Digitalen Medizin beruflich unterwegs.

Wir alle haben uns schon einmal gefragt, weshalb es keine Fachgesellschaft gibt, die sich ausschließlich auf den Bereich Digitale Medizin fokussiert. Auch von Kolleg:innen haben wir gehört, dass es das eigentlich geben sollte. Daher haben wir beschlossen, uns nicht mehr diese Frage zu stellen, sondern sie selbst zu gründen.

Welche Themen adressiert die DGDM?

Unser Verständnis von Digitaler Medizin ist sehr breit und umfasst neben den DiGA und der ePA auch Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Telemedizin, Augmented Reality oder Ambient Assisted Living. Viele der etablierten Fachgesellschaften haben bereits fachspezifische Arbeitsgruppen, die sich mit diesen und anderen Themen der Digitalen Medizin beschäftigen.

Unser Ziel ist es die übergeordneten Prinzipien zu identifizieren und zu diskutieren. Dies wollen wir gemeinsam und über die Grenzen der einzelnen Fachgesellschaften und auch Berufsgruppen hinweg. Die DGDM soll die Klammer für all diese Bemühungen bilden.

Parallel tauschen wir uns auch mit Studierenden-Organisationen aus, die Digitale Medizin stärker im Curriculum des Medizinstudiums verankern möchten. Gerade bei Studierenden und jungen Mediziner:innen beobachten wir ein hohes Interesse an digitalen Themen. Diesen Prozess möchten wir von wissenschaftlicher Seite begleiten.

Wie ist die DGDM für die Bearbeitungen dieser Themen personell aufgestellt?

Die Themen, mit denen wir uns als Fachgesellschaft beschäftigen, sollen nicht durch uns als Vorstand, sondern vor allem durch unsere Mitglieder und unseren wissenschaftlichen Beirat getrieben werden.

Der wissenschaftliche Beirat bildet, ergänzend zu unseren Mitgliedern, ein wichtiges Organ unseres Vereins. Wir wollen Digitale Medizin aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Als Beirät:innen berufen wir daher Expert:innen aus der Patientenversorgung und der Wissenschaft, aber auch aus den Bereichen IT/Technik, Ethik, Ökonomie, Recht und Datenschutz.

Wer kann bei der DGDM Mitglied werden?

Die DGDM versteht Digitale Medizin als interdisziplinäre, intersektorale und vor allem interprofessionelle Disziplin. Aus diesem Grund ist es uns von Beginn an wichtig gewesen, dass neben Ärzt:innen und Wissenschaftler:innen auch Angehörige nichtärztlicher Fachberufe im Gesundheitswesen, wie z.B. Pflegekräfte, Therapeut:innen und Pharmazeut:innen, Mitglied in der DGDM werden können. Selbstverständlich ermöglichen wir auch Auszubildenden und Studierenden beizutreten.

Für Privatpersonen, die nicht zu diesem Kreis gehören, oder Institutionen und Unternehmen, die aktiv die Forschung, Aus- und Weiterbildung im Bereich der Digitale Medizin fördern möchten, bieten wir Fördermitgliedschaften an.

Welche Services bietet die DGDM ihren Mitgliedern an?

Als junge Gesellschaft ist das Angebot für unsere Mitglieder im Aufbau. Zurzeit bieten wir schon die Möglichkeit für den Austausch auf unserer Plattform und wollen bald die ersten Arbeitsgruppen ins Leben rufen.

Hinzu kommen sollen Veranstaltungen zu ausgewählten Themen und zukünftig auch eine Jahrestagung. Indem wir unseren Mitgliedern Raum zum Diskutieren, zum interprofessionellen Austausch und auch zum Entwickeln von Ideen geben, möchten wir die Basis schaffen um medizinisch-wissenschaftlicher Empfehlungen und Leitlinien ableiten zu können. Diese sollen dann den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und auch den Patient:innen zu Gute kommen.

Außerdem möchten wir ganz konkret junge Talente und die Forschung im Bereich der Digitalen Medizin fördern. Hierzu sind wir bereits in Gesprächen, um in der Zukunft vielleicht ein Stipendium oder einen Wissenschaftspreis für Promotionen oder Masterarbeiten ausloben zu können. Diese wären dann nicht nur unseren Mitgliedern vorbehalten.

Gibt es bereits Veranstaltungen, die Sie konkret planen?

Wir sind mitten in der Planung für ein Webinar und können hierzu bald auch konkrete Angaben machen. Aktuell prüfen wir für das angestrebte Thema die Möglichkeit der CME-Zertifizierung und sind im Austausch mit potentiellen Referent:innen.

Parallel wurden wir zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen und freuen uns Partner beim DigiHealthDay 2021 zu sein. Unser erster Vorsitzender Dr. Filippo Martino wird hier im November als Keynote Speaker vertreten sein.

Wo können Ärzte mehr zur kürzlich gegründeten DGDM erfahren?

Interessierte können auf der Website digitale-medizin.org und auf Social Media (LinkedIn, Twitter, Facebook) mehr zur DGDM erfahren. Hier informieren wir regelmäßig über die Aktivitäten der Gesellschaft und zu unseren Veranstaltungen rund um Digitale Medizin.

Bildquellen: Deutsche Gesellschaft für Digitale Medizin (DGDM)

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