16. September 2020

Erste RSV-Saison

Einmalige Nirvesimab-Injektion schützt Frühgeborene

Respiratorische Synzytial-Viren (RSV) – einer der häufigsten Erreger kindlicher Atemwegsinfektionen – können vor allem für Frühgeborene gefährlich werden. Eine einmalige Injektion des neuen monoklonalen Antikörpers Nirvesimab bietet offensichtlich Schutz über eine ganze Saison und hilft damit über die kritische Zeit.1

Lesedauer: 1 Minute

Redaktion: Maria Weiß

RSV-Infektionen sind vor allem in den ersten drei Lebensmonaten gefürchtet – das gilt insbesondere für Frühgeborene. Einen wirksamen Impfstoff gegen RSV gibt es bisher nicht, sodass eine passive Immunisierung mit einem gegen RSV gerichteten Antikörper eine Alternative darstellt.

Nirvesimab ist gegen das G-Protein auf der Oberfläche der Viren gerichtet und hat durch eine Modifikation in der Fc-Region eine besonders lange Halbwertzeit. Jetzt wurde der Antikörper in 164 Zentren in 23 Ländern  in einer Phase-2-Studie an 1.453 gesunden Frühgeborenen (29. bis 34. Gestationswoche) getestet. Dazu erhielten die Kinder im ersten Lebensjahr etwa zwei Monate vor der erwarteten RSV-Saison eine einmalige intramuskuläre Injektion mit Nirvesimab oder Placebo. Primärer Endpunkt war eine untere Atemwegserkrankung mit PCR-Nachweis einer aktiven RSV-Infektion, die einen Arztbesuch veranlasste, innerhalb von 150 Tagen nach der Applikation.

Dieser Endpunkt trat bei 25 von 969 mit dem Antikörper behandelten Kindern (2,6 %) auf im Vergleich zu 46 Erkrankungen bei 484 Kindern (9,5 %) in der Placebo-Gruppe. Dies entspricht einer signifikanten Risikoreduktion um 70,1 %. Auch die Rate an Hospitalisierungen der Kinder ging in der Nirvesimab-Gruppe deutlich zurück (0.8 vs. 4,1 %). Die passive Immunisierung erwies sich in dieser Studie als gut verträglich.

  1. Griffin, M. P. et al.: Single-Dose Nirsevimab for Prevention of RSV in Preterm Infants; NEJM (2020); 383:415-425; DOI: 10.1056/NEJMoa1913556

Bildquelle: © gettyImages/Atiwat Studio

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