14. Dezember 2021

Mumpsimpfung: Schutz scheint nur von begrenzter Dauer

Wer als Kind zweimal gegen Mumps geimpft wurde, fühlt sich wahrscheinlich auf der sicheren Seite. Möglicherweise zu Unrecht, wie eine US-Studie jetzt gezeigt hat: Immer häufiger werden bei älteren Kindern und Jugendlichen Impfdurchbrüche beobachtet. 1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Autorin: Maria Weiß

Ein Team der US-amerikanischen CDC (Centers for Disease Control and Prevention) untersuchte bei 9.157 Fällen von Mumps bei unter 18-Jährigen aus den Jahren zwischen 2007 und 2019 den Impfstatus, was bei 79 % gelang. 89 % der Kinder und Jugendlichen hatten mindestens ein Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung erhalten.

Von den erkrankten 5- bis 17-Jährigen hatten 86 % einen vollständigen Impfstatus. Dazu gehört nach den US-Empfehlungen eine erste Dosis im Alter zwischen 12 und 15 Monaten und eine zweite im Alter zwischen 4 und 6 Jahren (laut STIKO-Empfehlung bei uns erste Impfung zwischen 11 und 14 Monaten und zweite zwischen 15 und 33 Monaten).   

Die meisten Mumpsfälle waren im Rahmen von lokalen Ausbrüchen aufgetreten – mit zwei deutlichen Gipfeln in der Saison 2009/2010 und 2016/2017. Je älter die Kinder waren, umso höher war die Inzidenz. Dies könnte mit einer Abnahme der Mumps-Antikörper über die Zeit zusammenhängen, berichten die Forschenden.

Nach 10 Jahren ist die Antikörper-Konzentration wieder auf das gleiche Niveau wie vor der zweiten Impfung gefallen. Ein weiterer Grund könnte das „Mismatch“ zwischen dem im Impfstoff enthaltenen und dem tatsächlich kursierenden Mumps-Genotyp sein.  

97 % der erkrankten Kinder hatten eine Parotitis und 2 % der Jungen eine Orchitis. Taubheit als Komplikation entwickelten weniger als 1 %. Es traten auch drei Fälle von Meningitis und zwei Fälle von Encephalitis auf – vier dieser fünf Kinder hatten eine vollständige Impfung erhalten.   

Die Autoren raten dringend bei einer Parotis oder einer der anderen möglichen Mumpskomplikationen auch bei vollständig geimpften Patienten an die Möglichkeit einer Mumps-Erkrankung zu denken. Dies gilt besonders dann, wenn die letzte Impfung schon mehrere Jahre zurückliegt.

  1. Schwindende Immunität – Mumps immer öfter auch bei vollständig Geimpften, Springer Nachrichten

Bild: © GettyImages/jarun011

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