17. August 2021

Jugendliche Typ-2-Diabetiker: schon in jungen Jahren Komplikationen

Typ-2-Diabetes sorgt bei jugendlichen Erkrankten für ein hohes Risiko für Komplikationen der Stoffwechselerkrankung. Das legt eine aktuelle Studie nahe, ein Überblick.

Lesedauer: 2 Minuten

Kernbotschaften

Jugendliche Typ-2-Diabetiker haben einer aktuellen Studie zufolge ein hohes Risiko für Komplikationen der Stoffwechselerkrankung. Obwohl sie im Mittel noch keine 30 Jahre alt waren, hatten fast 30 Prozent der Studien-Teilnehmer schon zwei oder mehr Folge-Erkrankungen.

Hintergrund

Die Prävalenz von Typ-2-Diabetes bei Jugendlichen nimmt im Zusammenhang mit der „Adipositas-Epidemie“ zu. Wenig bekannt ist allerdings, wie häufig diese Diabetes-Kranken bereits im jungen Erwachsenenalter Komplikationen der Stoffwechselerkrankung haben. 

Design

Die Autoren der Studie hatten 2004 bis 2011 eine multizentrische klinische Studie durchgeführt, um die Auswirkungen von drei antidiabetischen Therapien bei Patienten zu untersuchen, bei denen im Jugendalter ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden war. Nach Abschluss der Studie wurden die Teilnehmer auf Metformin mit oder ohne Insulin umgestellt und in die vorliegende aktuelle Folgestudie (durchgeführt von 2011 bis 2020) aufgenommen.

Die Teilnehmer wurden einmal jährlich auf diabetische Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Dyslipidämie und Neuropathien untersucht, auf Netzhauterkrankungen zweimal. 

Am Ende der retrospektiven Studie (Januar 2020) betrug das mittlere (±SD) Alter der 500 Teilnehmer, die in die Analysen einbezogen wurden, 26,4 Jahre, die mittlere Zeit seit der Diabetes-Diagnose lag bei rund 13 Jahren. 

Hauptergebnisse 

  • Die Inzidenz von Bluthochdruck lag bei knapp 68 Prozent, von Dyslipidämien bei fast 52 Prozent, von diabetischen Nierenerkrankungen bei 55 und von Neuropathien bei rund 32 Prozent. 
  • Die Prävalenz von Netzhauterkrankungen, einschließlich fortgeschrittener Stadien, betrug im Zeitraum von 2010 bis 2011 fast 14 Prozent und im Zeitraum von 2017 bis 2018 sogar schon 51,0 Prozent.
  • 60 Prozent der Teilnehmer hatten mindestens eine Komplikation und 28,4 Prozent mindestens zwei Komplikationen. 
  • Zu den Risikofaktoren für Komplikationen gehörten die Zugehörigkeit zu einer Minderheit oder ethnischen Gruppe (Hispanics, Afroamerikaner), Hyperglykämie, Bluthochdruck und Dyslipidämien. 

Klinische Bedeutung

Diese prospektive Längsschnittdaten deuten darauf hin, dass diabetes-bedingte Komplikationen bei jugendlichem Typ-2-Diabetes schon früh auftreten und im Laufe der Zeit häufiger werden; zu den Komplikationen zählen auch schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse; allerdings waren sie selten. 

Der Grund für das häufige Auftreten von Komplikationen bei jugendlichem Typ-2-Diabetes ist nicht bekannt; vermutlich gibt es einen Zusammenhang mit dem ausgeprägten Stoffwechselphänotyp (schwere Insulinresistenz und rasche Verschlechterung der Betazellfunktion) und schwierigen sozioökonomischen Umständen. Leider sei der bei Jugendlichen auftretende Typ-2-Diabetes durch ein suboptimales Ansprechen auf die derzeit zugelassenen Antidiabetika gekennzeichnet, so die Autoren.

Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.“

Bildquelle: © gettyImages/Branimir76

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