
Gute Nachrichten für Eltern und Behandler in der Pädiatrie. Drei kürzlich veröffentlichte Studien einer Forschungsgruppe aus Großbritannien unterstützen die Annahmen, dass die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und Todesfälle bei Kindern sehr gering ist. Das größte Risiko: Vorerkrankungen.
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Redaktion: Sebastian Schmidt
Die Ergebnisse der Preprint-Studien aus dem Untersuchungszeitraum vom 1.März 2020 bis zum 28.Februar 2021 zeigen, dass Kinder seltener aufgrund von Covid-19 versterben. Auch eine intensivmedizinische Behandlung ist selten notwendig.1 2 3
Eine der Studien untersuchte die Todesfälle unter den Kindern und Jugendlichen in England. An Covid-19 starben laut den Forschenden 25 junge Menschen, was einer Infektionssterblichkeitsrate von 5 pro 100.000 entspricht. Die Sterblichkeitsrate lag in diesem Zeitraum bei 2 pro Millionen. Die meisten jungen Menschen hatten eine zugrundeliegende Komorbidität, insbesondere neurologische Behinderungen und lebenslimitierende Erkrankungen. Insgesamt jedoch kommt es hierzu laut den Studienautoren „unglaublich selten“. 1
Unter den 25 verstorbenen Kindern war jeweils eines mit einer der folgenden Vorerkrankungen:
Kein Kind hatte:
Sechs verstorbene Kinder hatten keine bekannten Vorerkrankungen.
Kinder und Jugendliche hatten ein sehr geringes Risiko einer schweren Erkrankung und eines Todes durch Covid-19 oder PIMS. Insgesamt gab es 6.338 Covid-19 bedingte Krankenhauseinweisungen. In Zusammenhang mit PIMS geben die Forscher 712 Krankenhauseinweisungen an, speziell für die Pädiatrische Intensivstation 312 Aufnahmen. Die Aufnahme dort bringen die Forscher mit älteren nicht-weißen Jugendlichen in Verbindung. Wie bei den tödlichen Verläufen sind auch bei den schweren Erkrankungen oft die genannten Komorbidäten für ein erhöhtes Risiko verantwortlich.2
Auch die dritte Studie, eine Meta-Analyse mit insgesamt 81 betrachteten Studien, bestätigte die genannten Erkenntnisse zu Komorbiditäten der beiden anderen Studien. Darin hatte das Forschungsteam auch individuelle Patientendaten verglichen, um die Wahrscheinlichkeit des Risikos auf Intensivstation eingewiesen zu werden und zu versterben zu untersuchen. 3
Mit ihren Arbeiten stützen die Forscherinnen und Forscher auch die aktuellen Ausführungen der STIKO zur Impfung von Kindern und Jugendlichen. Denn derzeit gibt es keine allgemeine Impfempfehlung der STIKO für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren, sondern nur für Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Risiko. Dieses sieht die Kommission bei folgenden Vorerkrankungen: 4
Zuletzt hatte sich das Gremium, aufgrund der Einschätzung Jugendliche ab 12 nur bedingt die Impfung gegen SARS-CoV- 2 zu empfehlen, zunehmender Kritik ausgesetzt gesehen. So hatte beispielsweise der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Änderung und ein Impfangebot für die Jugendlichen gefordert, um die Pandemie mit Blick auf den Herbst weiter eindämmen zu können.5
„Die aktuellen Aussagen von Herrn Söder und anderen Politikern zur STIKO und zu deren Arbeit sind auch unter Berücksichtigung der Wahlkampfzeit ungewöhnlich und müssen korrigiert werden“, teilte das unabhängige Gremium um den Virologen Thomas Mertens mit. Ziel der Stiko sei das Erarbeiten der bestmöglichen Impfempfehlung für einzelne Menschen und für die Gemeinschaft. „Dies erfolgt unabhängig von Meinungen und Wünschen von Politikern und der pharmazeutischen Industrie.“^6^