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Ophthalmologie

13. Feb. 2025
Depression

Trockene Augen begünstigen psychische Störungen - ein klares Signal?

Wie stehen trockene Augen mit psychischen Störungen im Zusammenhang? Forschende untersuchten die Daten von Betroffenen unterschiedlicher Ethnien. Worauf Behandelnde verstärkt achten sollten, erfahren Sie hier!

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Trockene Augen begünstigen psychische Störungen - ein klares Signal?
Trockene Augen und psychische Erkrankungen stehen im Zusammenhang. (Foto: Getty Images | JulPo)

Autor: Javed Choudhury | Übersetzung und Redaktion: Anna Besson

Forschende der Perelman School of Medicine an der University of Pennsylvania in Philadelphia nutzten eine Datenbank des National Institutes of Health, um den Zusammenhang zwischen trockenen Augen und psychischen Störungen in einer großen und ethnisch vielfältigen US-amerikanischen Erwachsenenpopulation zu untersuchen.

Studiendetails

Für die Studie wurden 18.257 Patientinnen und Patienten (mittleres Alter: 64,9 Jahre; davon 67 % Frauen) mit trockenem Auge identifiziert, die mittels Propensity-Score-Matching mit 54.765 Teilnehmenden ohne diese Erkrankung verglichen wurden. Die Diagnosen für trockene Augen, Meibom-Drüsen-Dysfunktion und Tränenfilminsuffizienz wurden mittels der Systematized Nomenclature of Medicine-Codes (SNOMED) ermittelt.

Die Endpunkte für psychische Erkrankungen waren die Diagnose von depressiven Störungen, Angststörungen, bipolaren Störungen und Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis.

Trockene Augen begünstigen psychische Erkrankungen

Patientinnen und Patienten mit trockenem Auge hatten ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen im Vergleich zu Teilnehmenden ohne diese Erkrankung (adjustierte Odds Ratio [aOR]: 3,21; P < 0,001). So war das Risiko erhöht für:

  • Depressive Störungen (aOR: 3,47),
  • Angstbezogene Störungen (aOR: 2,74),
  • Bipolare Störungen (aOR: 2,23) und
  • Schizophrenie-Spektrum-Störungen (aOR: 2,48; P < 0,001 für alle)

Mit Ausnahme der bipolaren Störungen war die Assoziation zwischen trockenem Auge und psychischen Erkrankungen bei Patientinnen und Patienten mit schwarzer Hautfarbe signifikant stärker ausgeprägt als bei weißen Betroffenen. Bei Teilnehmenden, die nie Medikamente gegen psychische Erkrankungen einnahmen, war das trockene Auge sogar mit einer 2- bis 3-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit für depressive Störungen, angstbezogene Störungen, bipolare Störungen und Schizophrenie-Spektrum-Störungen assoziiert (P < 0,001 für alle).

Fazit

Patientinnen und Patienten mit trockenem Auge haben ein mehr als 3-fach erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen als Personen ohne diese Erkrankung. Die Studienautorinnen und -autoren empfehlen, größere Anstrengungen zu unternehmen, um von trockenen Augen betroffene Menschen auf psychische Erkrankungen zu untersuchen. Besonders wichtig sei dies in historisch bedingt medizinisch unterversorgten Bevölkerungsgruppen.

Darüber hinaus geben sie aber auch zu bedenken, dass in der Studie weder der Schweregrad der Erkrankung des trockenen Auges noch der Schweregrad und die Dauer der psychischen Erkrankungen bewertet wurde, was sich auf die Ergebnisse ausgewirkt haben könnte. Da sich die Studie auf Daten aus elektronischen Patientenakten stützt, ist nicht auszuschließen, dass Teilnehmende in die Studie einbezogen wurden, ohne dass bei ihnen ein trockenes Auge diagnostiziert wurde. Außerdem wurde womöglich nicht das vollständige demografische Profil der landesweiten Bevölkerung erfasst, was sich auf die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse ausgewirkt haben könnte.

Dieser Beitrag erschien im Original auf Medscape.com.

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