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Ophthalmologie

18. Nov. 2024
Trockene Augen

Lachübungen: Linderung bei trockenen Augen?

Forschende untersuchten, wie sich regelmäßige Lachübungen gegenüber der Behandlung mit 0,1%iger Natriumhyaluronsäure auf die Symptome trockener Augen auswirken. Stellen Lachübungen eine mögliche und günstigere Alternative zu Tropfen dar?

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Lachübungen: Linderung bei trockenen Augen?
Tropfen oder Lachen bei trockenen Augen? (Foto: Getty Images | RealPeopleGroup)

Autor: Shrabasti Bhattacharya | Übersetzung und Redaktion: Anna Besson

Am größten Augenzentrum Südchinas wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Lachübungen auf trockene Augen untersucht.1 In die zweiarmige Studie eingeschlossen waren 299 Patientinnen und Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren (74 % Frauen).

Die Teilnahnamekriterien

Folgendes mussten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufweisen:

  • Einen Wert zwischen 18 und 80 Punkten nach dem Index für die Erkrankung der Augenoberfläche (ocular surface disease index score, OSDI), einem Maß für die Symptome im Zusammenhang mit dem trockenen Auge
  • Eine Tränenfilmaufrisszeit von nicht mehr als 8 Sekunden

Die Teilnehmenden wurden den 2 Studienarmen randomisiert zugeordnet. Über einen Zeitraum von 8 Wochen praktizierte die eine Gruppe 4-mal täglich ein Lachtraining. Dafür wurden sie darum gebeten, sich ein Anleitungsvideo anzusehen und die Sätze „Hee hee hee, hah hah hah, cheese cheese cheese, cheek cheek cheek, hah hah hah hah hah hah“ 30-mal pro 5-minütiger Sitzung zu wiederholen. Die Teilnehmenden der anderen Gruppe wendeten 4-mal täglich Tropfen mit 0,1%iger Natriumhyaluronsäure an.

Das primäre Ergebnis war die mittlere Veränderung des Indexwerts für die Erkrankung der Augenoberfläche vom Ausgangswert bis zu 8 Wochen.

Lachübungen effektiver als Tropfen?

In der Lachgruppe verringerte sich der OSDI nach einem Zeitraum von 8 Wochen um 10,50 Punkte (95 %-Konfidenzintervall [KI]: -13,1 bis -7,82) und in der Gruppe, der Augentropfen verschrieben wurde, um 8,83 Punkte (95 %-KI: 11,7 bis -6,02).

Nach 12 Wochen verringerte sich der OSDI in der Lachgruppe signifikant stärker als in der Gruppe, der Augentropfen verschrieben wurde. Dabei betrug der mittlere Unterschied zwischen den Gruppen -4,08 Punkte (p = 0,024). Außerdem führten die Lachübungen auch zu einer signifikanteren Verbesserung der nichtinvasiven Tränenaufreißzeit (mittlerer Unterschied zwischen den Gruppen: 2,30 Sekunden; P < 0,001). In beiden Gruppen wurden während des Studienzeitraums keine unerwünschten Ereignisse gemeldet.

Fazit

Das praktizierte Lachtraining zur Linderung der Symptome eines trockenen Auges schnitt im Vergleich zur Gabe von 0,1%iger Natriumhyaluronsäure nicht schlechter ab. Zudem beeinflusste es die Tränenfilmstabilität und die Funktion der Meibomdrüse positiv. Die Autorinnen und Autoren der Studie gehen davon aus, dass die Lachübungen eine sichere, umweltfreundliche und kostengünstige Alternative zur Behandlung des trockenen Auges darstellen. Kritisch zu betrachten jedoch ist, dass die Studie nicht doppelt verblindet durchgeführt wurde. Zudem nehmen die Lachübungen täglich mehr Zeit in Anspruch als das Tropfen. Der auf Dauer zeitliche Mehraufwand könnte die Adhärenz beeinträchtigen.

Dieser Beitrag erschien im Original auf Medscape.de.

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