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Ophthalmologie

29. Nov. 2024

Kurkuma-haltige Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz vor altersabhängiger Makuladegeneration

Kurkuma, bei uns vor allem als Gewürz und Farbstoff geschätzt, wird in der asiatischen Heilkunde auch wegen seiner entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften genutzt. Eine US-Kohortenstudie legt nun nahe, dass Kurkuma-Nahrungsergänzungsmittel möglicherweise vor altersbedingter Makuladegeneration (AMD) schützen könnten.1,2

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Kurkuma-haltige Nahrungsergänzungsmittel zum Schutz vor altersabhängiger Makuladegeneration
Kurkuma verfeinert als Gewürz verschiedene Gerichte - doch der gelben Knolle werden auch positive Einflüsse auf die Gesundheit nachgesagt. (Foto: Getty Images | Madeleine_Steinbach)

Autorinnen: Maria Weiß, Dr. Nina Mörsch

In die Studie von Amer F. Alsoudi Baylor College of Medicine in Houston, Texas, und seiner Arbeitsgruppe wurden 66.799 Personen (zwei Drittel Frauen, im Mittel 64,9 Jahre alt) eingeschlossen, die bei Studienbeginn noch keine altersabhängige Makuladegenration aufwiesen und Kurkuma-basierte Nahrungsergänzungsmittel (CBNS) einnahmen. Als Kontrollgruppen dienten die Krankenakten von 1,8 Millionen altersentsprechenden Menschen ohne Einnahme von CBNS.  

Reduziertes AMD-Risiko durch CBNS

Teilnehmende ab 50 Jahren ohne AMD-Vorgeschichte wiesen bei Einnahme von CBNS ein um 73 % geringeres Risiko für eine nicht-exsudative AMD und ein 89 % geringeres Risiko für eine fortgeschrittene Form dieser Erkrankung auf. Das Risiko für eine exsudative ABM war um 72 % und die Wahrscheinlichkeit einer Erblindung um 46 % reduziert. Auch das Risiko, im Beobachtungszeitraum eine intravitreale VEGF-Therapie zu benötigen, war deutlich vermindert. Diese Ergebnisse bestätigten sich auch bei den Altersgruppen über 60 und über 70 Jahren. Selbst bei bereits bestehender früher AMD zeigte die CBNS-Einnahme noch positive Effekte.

Möglicher Wirkmechanismus

Der bereits teilweise bei diabetischer Retinopathie beobachtete positive Effekt von Kurkuma könnte auf eine schützende Wirkung auf die Blut-Retina-Schranke sowie eine Reduktion der Expression angiogener Faktoren zurückzuführen sein.

Kommentar zur Studie

In einem Kommentar weist Chun Ting Lin vom Chung Shan Medical University Hospital in Taiwan auf einige methodische Mängel der Studie hin.

So könnte die Untersuchung einem „Immortal Time Bias“ unterliegen, da in der Kontrollgruppe nur eine Kataraktdiagnose erforderlich war, während die CBNS-Gruppe mehrere Verschreibungen benötigte. Dies könnte den Behandlungseffekt überschätzen. Zudem wurde die Einnahmedauer der CBNS nicht berücksichtigt, was in künftigen Studien einbezogen werden sollte. Er merkt außerdem an, dass die Studie Daten aus 15 Ländern umfasst, in denen die Verfügbarkeit und Nutzung von CBNS kulturell und regulatorisch unterschiedlich sein kann. Dies könnte ebenfalls die Ergebnisse beeinflussen, weshalb er eine Sensitivitätsanalyse auf Basis einer US-spezifischen Datenbank empfiehlt.

Und obwohl die Studie Zeaxanthin und Vitamin C berücksichtigte, sollten auch Omega-3-Fettsäuren einbezogen werden, da diese ebenfalls mit AMD in Verbindung stehen könnten und so ein vollständigeres Bild des Nutzens von CBNS im Vergleich zu anderen Nahrungsergänzungsmitteln ermöglichen könnten.

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