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Ophthalmologie

17. Dez. 2024
Glaukom

Blutdruckschwankungen: Zusammenhang mit Glaukomprogression?

Die Ergebnisse einer neuen Kohortenstudie zeigen, wie langfristige Blutdruckschwankungen oder ein erhöhter Blut- oder intraokularer Druck die Glaukomprogression beeinflusst.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Blutdruckschwankungen: Zusammenhang mit Glaukomprogression?
Augeninnen -und Blutdruck beeinflussen den Verlauf des Glaukoms. (Foto: Getty Images | CasarsaGuru)

Autor: Shrabasti Bhattacharya | Übersetzung und Redaktion: Anna Besson

Die Forscher führten eine retrospektiven Kohortenstudie durch, um den Zusammenhang zwischen Blutdruckparametern und der Progression des Gesichtsfeldverlusts bei Menschen mit Glaukom im Zeitverlauf zu untersuchen.

Die Methodik im Detail

Untersucht wurden 1.674 Augen von 985 Teilnehmenden (57,2 % Frauen) mit vermutetem (n = 777) oder bestätigtem (n = 897) Glaukom, die zwischen November 2000 und Dezember 2022 aus der „Diagnostic Innovations in Glaucoma Study“ und der „African Descent and Glaucoma Evaluation Study“ ausgewählt wurden. Aus den Ergebnissen von Blutdruckmessungen wurden die Mittelwerte und Standardabweichungen des systolischen, diastolischen und mittleren arteriellen Blutdrucks berechnet.

Die Beurteilung der Gesichtsfelder erfolgte mittels standardisierter 24-2-Tests nach dem schwedischen Interaktiven Schwellenalgorithmus (Swedish Interactive Thresholding Algorithm, SITA). Die Teilnehmer wurden über einen durchschnittlichen Zeitraum von 8 Jahren beobachtet, mit im Mittel 7,5, 10,3 und 11,5 Besuchen pro Person für die Beurteilung von Blutdruck, Augeninnendruck und Gesichtsfeldprogression.

Blutdruckschwankungen: Wirken sie sich auf die Progression aus?

In der Auswertung zeigte sich, dass:

  • eine höhere Variabilität des durchschnittlichen arteriellen (β, -0,22 dB/Jahr pro 1 mmHg ; P = 0,001) und des diastolischen arteriellen Drucks (β, -0,16 dB/Jahr pro 1 mmHg; P = 0,001) mit einer schnelleren Progression des Gesichtsfeldverlusts auftrat.
  • die Interaktion zwischen einem höheren mittleren Blutdruck und einer größeren Variabilität des Blutdrucks mit schnelleren jährlichen Veränderungen der mittleren Abweichung assoziiert war, sowohl beim mittleren arteriellen (β, 0,02 dB/Jahr pro 1 mmHg; P = 0,001) als auch beim diastolischen Blutdruck (β, 0,02 dB/Jahr pro 1 mmHg; P < 0,001).
  • auch die Interaktion zwischen einer größeren Variabilität des Blutdrucks und einem höheren mittleren Augeninnendruck schnellere jährliche Veränderungen der mittleren Abweichung aufwies, sowohl beim mittleren arteriellen (β, 0,01 µm pro 1 mmHg; P = 0,003) als auch beim diastolischen Blutdruck (β, 0,01 µm pro 1 mmHg; P = 0,001).

Fazit: Das bedeuten die Ergebnisse für die Praxis

„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass langfristige Blutdruckschwankungen den Augeninnendruck negativ beeinflussen und dadurch auch die Progression des Gesichtsfeldverlusts durch ein Glaukom beschleunigen können“, so die Autorinnen und Autoren der Studie. „Ein integrierter Ansatz für das Glaukom-Management ist gerechtfertigt, der sich auf eine engmaschigere Blutdrucküberwachung, eine rechtzeitige Überweisung an den Augenarzt und die Beachtung des Augenperfusionsdruck (ocular perfusion pressure, OPP) und von Blutdruckschwankungen konzentriert“, fügen sie hinzu.

Dieser Beitrag erschien im Original auf Medscape.com.

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