16. Februar 2021

Orale Kontrazeptiva & Krebsrisiko, metastasiertes Mamma-Ca und Screening & Covid-19

3 aktuelle Studien im Februar

In der gynäkologischen Onkologie hat es auch in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von neuen Studien gegeben. Hier finden Sie 3 kurze Zusammenfassungen.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Redaktion: Christoph Renninger

Orale Kontrazeptiva & Krebsrisiko: Neue Daten

Eine häufige Sorge von Frauen ist die Erhöhung des Risikos für Krebserkrankungen durch hormonelle Verhütungsmittel. Während mehrere Studien übereinstimmend zu dem Ergebnis kamen, dass orale Kontrazeptiva das Risiko für Ovarial- und Endometriumkrebs vermindern, sind die Befunde zu Brustkrebs unsicher und oftmals widersprüchlich.

Um die Zusammenhänge zu untersuchen, führten Wissenschaftler eine Analyse der UK Biobank, welche zwischen 2006 und 2010 eine große Kohorte aufbaute, und weiteren nationalen Datenbanken durch.1

Unter mehr als 250.000 Frauen, die zwischen 1939 und 1970 geboren wurden, nahmen oder nehmen momentan über 80% orale Kontrazeptiva. Unter Berücksichtigung 10 weiterer Parameter hatten Frauen, die jemals in ihrem Leben derartige Verhütungsmittel genutzt haben, ein signifikant niedrigeres Risiko an Eierstockkrebs (Odds Ratio: 0,72) oder an Gebärmutterkrebs (OR: 0,68) zu erkranken, jeweils verglichen mit Nie-Nutzerinnen.

Eine Analyse der Altersgruppen bei der Untersuchung, zeigte ein vermindertes Risiko für diese beiden Krebsarten in den Altersgruppen 35, 50,55 und 60 Jahre. Allerdings war das Brustkrebsrisiko im Alter von 55 Jahren leicht erhöht (OR: 1,10).

Eine längere Nutzung der Kontrazeptiva war mit einer stärkeren präventiven Wirkung assoziiert, insbesondere bei Endometriumkarzinomen. Das Risiko für eine Brustkrebserkrankung war jedoch zwischen Nutzerinnen und Nicht-Nutzerinnen sehr ähnlich.

Margetuximab vs. Trastuzumab bei metastasiertem Brustkrebs

Gegen HER2 gerichtete Therapie, erstmals mit Trastuzumab, haben das Outcome für Patientinnen mit HER2+ metastasiertem Brustkrebs deutlich verbessert. Das mediane Gesamtüberleben liegt mittlerweile bei knapp 5 Jahren.

Margetuximab ist chimärer, monoklonaler Antikörper, der die Antikörper-abhängige zell-vermittelte Zytotoxizität (ADCC) erhöht. Er teilt sich das HER2-Epitop mit Trastuzumab, hat jedoch eine speziell designte Fc-Region, mit einer höheren Affinität zu CD16A. Polymorphismen in CD16A könnte die Wirkung von Trastuzumab vermindern.

In der Phase-III-Studie SOPHIA wurden 536 Patientinnen mit einer Chemotherapie sowie entweder Margetuximab oder Trastuzumab (alle 3 Wochen) behandelt. Alle Patientinnen hatten zuvor bereits 1-3 Therapien durchlaufen.2

Das progressionsfreie Überleben war mit Margetuximab überlegen (5,8 vs. 4,9 Monate; p=0,03) und das Sicherheitsprofil überzeugend. Beim Gesamtüberleben zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied (21,6 vs. 19,8 Monate; p=0,33).

Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass vor allem Patientinnen mit dem CD16A-158F-Allel von der Therapie mit Margetuximab profitieren.

Krebs-Screening und Covid-19

Forscher aus Boston untersuchten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Krebs-Screening-Programme. Dabei werteten sie Daten zu Mammographien, PSA-Tests, Darmspiegelungen, Pap-Tests und Low-Dose-CTs während 4 Quartalen aus: März-Mai 2019, Dezember 2019-Februar 2020 (prä-Pandemie), März-Mai 2020 (Höhepunkt der ersten Pandemiewelle) und Juni-August 2020 (nach der ersten Welle).3

Während des Höhepunkts der ersten Pandemiewelle in den USA lag die Testanzahl bei 15.000, im Vergleich zu 60.000 bzw. 64.000 in den 3-Monats-Zeiträumen vor Covid-19. Im Sommer 2020 lag der Wert wieder bei 52.000.

Die Inzidenz an positiven Ergebnissen war während der Covid-19-Welle höher als in den drei anderen Zeitperioden. So waren zwischen März und Mai 4% der Mammographien positiv für eine Krebserkrankung, in den übrigen Zeiträumen hingegen 1,9-2,3%.

OnkoCON am 20. Februar 2021

Experten geben in interaktiven Vorträgen einen Überblick zu Neuerungen im Bereich Gyn-Onko. Was hat sich im letzten Jahr maßgeblich auf Therapieentscheidungen ausgewirkt und welche Neuerungen sind zu erwarten?

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