30. Januar 2020

3 neue Studien im Januar 2020

In der Onkologie hat es auch in diesem Monat eine Vielzahl von neuen Studien gegeben. Hier finden Sie 3 kurze Zusammenfassungen.

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Christoph Renninger

Berberin zur Prävention von kolorektalen Adenomen

Das Alkaloid Berberin kommt in verschiedenen Pflanzen, wie Berberitze, kanadischer Orangenwurzel und chinesischem Goldfaden, vor und wird seit Jahrtausenden in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) eingesetzt.

Um zu untersuchen, ob die Substanz das erneute Auftreten von kolorektalen Adenomen verhindern kann, erhielten in einer chinesischen Studie über 1100 Patienten nach einer Koloskopie mit Resektion von Adenomen im vergangenen halben Jahr entweder Berberin (0,3 g, 2 x täglich) oder ein Placebo. Die Studienteilnehmer erhielten nach einem Jahr eine erneute Darmspiegelung, falls dort keine Adenom gefunden wurden, eine weitere ein Jahr später.1

Unter den knapp 900 Patienten, für die vollständige Daten vorlagen, war die Häufigkeit von neuen Adenomen in der Berberingruppe signifikant geringer als in der Placebogruppe (36% vs. 47%; Relatives Risiko 0,77; p=0,001). Es wurden keine Kolorektalkarzinome festgestellt. Die häufigsten Nebenwirkung von Berberin war Verstopfung.

Lebensqualität von Patienten mit Prostatakrebs

Aufgrund Heterogenität der Erkrankung ist die optimale Behandlung von Prostatakrebs noch immer ungeklärt. Eine prospektive Kohortenstudie untersuchte die Auswirkungen der Therapie über 5 Jahren. Dabei wurden 2005 Männer mit lokalisiertem Prostatakrebs mit guter und schlechter Prognose eingeschlossen.2

Unter den 1386 Patienten mit günstiger Prognose, war die nervenschonende Postatektomie die häufigste Behandlungsart (49%), gefolgt von aktiver Beobachtung (26%), externer Strahlentherapie (19%) und niedrigdosierter Brachytherapie (6%).

Von den Patienten unter aktiver Beobachtung erhielten 25% im Laufe der 5 Jahre eine andere Therapie. Nach einer Prostatektomie war die Sexualfunktion nach 3 Jahren und die Kontinenz nach 5 Jahren schlechter, im Vergleich zu unbehandelten Patienten. Bei einer Brachytherapie waren nach einem Jahr die Funktionen von Harnwegen und Verdauungsorgangen schlechter. Diese Verschlechterung war bei externer Bestrahlung nicht vorhanden.

Unter 619 Männern mit ungünstigem Risiko war die Sexualfunktion und Kontinenz nach 5 Jahren nach einer Bestrahlung besser als bei der operativen Entfernung der Prostata.

Dysplasien und Darmentzündungen

Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) haben ein erhöhtes Risiko für Kolorektalkarzinome. Allerdings gibt es wenige Daten zur Progression von niedrig-gradien Dysplasien zu fortgeschrittenen Neoplasien. Eine Studie in den Niederlanden mit 4284 Patienten in einem nationalen Netzwerk, untersuchte nun die Entstehung von Dysplasien.3

Bei den Patienten wurden zwischen 1991 und 2010 niedrig-gradige Dysplasien diagnostiziert, dies anhand von Histopathologie und Zytopathologie. Bei einem medianen Follow-Up von 6,4 Jahren sind bei 38% der Patienten erneut low-grade Dysplasien aufgetreten.

Für diese Patienten war das Risiko für fortgeschrittene Neoplasien signifikant höher (Hazard Ratio 1,66; p = 0,001). Die kumulative Inzidenz für Neoplasien war ebenfalls höher (17,4% vs. 12%). Ein Zeitraum von über 3 Jahren ohne erneute Dysplasien nach dem erstmaligen Auftreten war mit einem reduzierten Risiko assoziiert.

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