19. Dezember 2019

Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland

Nach einer neuen Schätzung des Robert Koch-Instituts wurden 2016 in Deutschland rund 492.000 Krebserkrankungen diagnostiziert. Etwa die Hälfte der bösartigen Tumoren betrafen Brustdrüse (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500).

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts.1

Zunahme an Krebserkrankungen durch ältere Gesellschaft

„Erfreulicherweise beobachten wir für viele Krebsarten eher rückläufige Erkrankungsraten, aber trotzdem steigt die Gesamtzahl der Krebserkrankungen aufgrund der Alterung der Gesellschaft“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Daher wird für das Jahr 2020 eine Zunahme der neudiagnostizierten Krebserkrankungen auf rund 510.000 Erkrankungsfälle prognostiziert.

Die 12. Ausgabe von „Krebs in Deutschland“ beruht auf Daten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister bis zum Jahr 2016.2 Alle Bundesländer haben mittlerweile eine flächendeckende Krebsregistrierung aufgebaut, dennoch können die Zahlen der Krebsneuerkrankungen in Deutschland nicht durch Zusammenzählen bestimmt werden, denn nach wie vor sind die einzelnen Register zu einem unterschiedlichen Grad vollzählig, weshalb die Zahlen im Bericht noch auf Schätzungen beruhen, allerdings ist inzwischen die Datenbasis deutlich breiter.

Neue Krebsarten mit aufgenommen

Erstmals enthält „Krebs in Deutschland“ Angaben zu Dünndarmkrebs und Analkrebs. Beide Tumorarten sind zwar relativ selten, zeigen zuletzt aber steigende Neuerkrankungs- und Sterberaten. Neu sind in dieser Ausgabe auch bundesweite Daten zur Verteilung nach Tumorstadium („UICC“) und zur Überlebensraten in Abhängigkeit vom Tumorstadium zum Diagnosezeitpunkt.

Die Überlebensaussichten (5 Jahre nach Diagnose) sind in hohem Maße von der Art des Tumors abhängig. Sie reichen von unter 20 % für bösartige Tumoren der Lunge, Leber und Bauchspeicheldrüse bis über 90 % für das maligne Melanom der Haut, Hodenkrebs und Prostatakrebs.

Wie international üblich sind die nicht-melanotische Hautkrebsformen (heller Hautkrebs) nicht enthalten, die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe aber erstmal in einem eigenen Kapitel dokumentiert. Diese Erkrankungen verlaufen in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich, etwa 230.000 Neuerkrankungen stehen hier jährlich knapp 1000 Sterbefällen gegenüber.

Informationen zur Publikation

Das Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland veröffentlichen „Krebs in Deutschland“ alle zwei Jahre. Das Deutsche Kinderkrebsregister und der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums haben ebenfalls Zahlen und Informationen für den Bericht beigegetragen.

„Krebs in Deutschland“ wird ergänzt durch die Internetseite www.krebsdaten.de, dort sind auch Datenbank-Abfragen möglich. Alle 5 Jahre, zum nächsten Mal 2021, veröffentlicht das RKI einen umfassenden Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland.

  1. Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland. Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, 17.12.2019
  2. Krebs in Deutschland für 2015/2016. Zentrum für Krebsregisterdaten & Robert Koch-Institut, 2019

Bildquelle: © Getty Images/OGphoto

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG. coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653