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Onkologie kompakt

22. Juli 2024

Frauenanteil in der Onkologie: Wie ist der Stand der Gleichstellung?

Eine Analyse untersuchte die Geschlechterparität in onkologischen Fachgesellschaften in Deutschland. Trotz des Ziels vieler medizinischer Organisationen, Leitungspositionen paritätisch zu besetzen oder eine Frauenquote von mindestens 30 % anzustreben, ist die Geschlechterparität noch nicht erreicht.1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Frauen in der Onkologie: Wie ist der Stand der Gleichstellung?
Wie weiblich ist die Onkologie? (iStock / Getty Images)

Redaktion: Christoph Renninger

Frauenanteil nimmt in höheren Hierarchieebenen ab

Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung legen nahe, dass Maßnahmen zur Förderung von Frauen in der Onkologie erforderlich sind, um die Chancengleichheit zu verbessern und den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Strategien wie gezielte Ansprachen, Mentoring-Programme und Quotenregelungen könnten dazu beitragen, mehr Frauen in leitende Positionen zu bringen.

Die Untersuchung zeigt, dass trotz eines hohen Anteils an qualifizierten Medizinerinnen in verschiedenen Karrierestufen, Frauen in leitenden Positionen noch unterrepräsentiert sind. Obwohl der Anteil der Medizinstudentinnen und Absolventinnen hoch ist, zeigen die Zahlen bei Oberärztinnen und Frauen in W3-Professuren niedrigere Werte.

Dies deutet darauf hin, dass es genügend potenzielle Kandidatinnen für Leitungspositionen gibt, um die geforderte Quote von 30 % zu erreichen. Die Analyse der Geschlechterparität in den Fachgesellschaften und Gremien basierte auf den online verfügbaren Vorständen, Kommissions- und Mitgliederlisten.

Frauenanteil in onkologischen Fachgremien

In den untersuchten onkologischen Fachgesellschaften und Gremien variierte der Frauenanteil zwischen 20 % und 40 %. Lediglich im erweiterten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) lag der Frauenanteil höher als der Männeranteil (62%).

Im Vorstand der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) stehen 4 Frauen 10 Männern gegenüber (29%). Insgesamt liegt der Frauenanteil bei allen Vorsitzen von Arbeitsgemeinschaften (AGs) und interdisziplinären Arbeitsgruppen (IAGs) bei 35%.

In der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) gibt es eine vorgegebene Frauenquote im Vorstand von einem Drittel. Tatsächlich besteht der erweiterte Vorstand aus 6 Frauen und 9 Männern. Die Quote ist somit erfüllt.

In der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) ist der erweiterte Vorstand paritätisch mit jeweils 6 Frauen und Männern besetzt. In den Leitungen der 12 Arbeitskreise liegt der Frauenanteil hingegen bei 29% (7 vs. 17).

Im internationalen Vergleich zeigen auch andere Fachgesellschaften ähnliche Herausforderungen bei der Besetzung von Leitungspositionen. Frauenquoten, transparente Auswahlverfahren und gezielte Ansprachen werden als mögliche Strategien zur Erhöhung des Frauenanteils diskutiert.

Wege zur Gleichstellung

Die Implementierung von Frauenquoten in einigen Organisationen könnte ebenfalls ein Weg sein, um die Geschlechterparität zu erreichen. Die Einführung transparenter Auswahlverfahren und die Förderung der Sichtbarkeit von qualifizierten Frauen ist entscheidend für den Erfolg dieser Maßnahmen.

Das langfristige Ziel einer paritätischen Besetzung von onkologischen Leitungspositionen in Fachgesellschaften und Gremien scheint erreichbar, erfordert jedoch kontinuierliche Bemühungen und den gemeinsamen Einsatz aller Beteiligten.

Die Dynamik des Strukturwandels in diesen Organisationen erfordert Zeit, Engagement und die aktive Beteiligung qualifizierter Frauen, um die Chancengleichheit und Vielfalt in Führungspositionen in der Onkologie zu erhöhen. Die Diskussion umfasst die Bedeutung internationaler Vergleiche und die Rolle von Frauenquoten in der Gleichstellung.

Insgesamt verdeutlicht die Studie die Dringlichkeit weiterer Maßnahmen zur Förderung der Geschlechterparität in der Onkologie und betont die Vielfalt und Chancengleichheit in Führungspositionen als zentrale Herausforderungen für die Zukunft der Medizin.

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