27. Mai 2020

Covid-19 bei krebskranken Kindern

Eine Klinik in New York hat seit Mitte März das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion bei Kindern mit einer Krebserkrankung untersucht. Durch frühe Erkennung einer Erkrankung soll das Risiko eines schweren Verlaufs verringert werden.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Artikel basiert auf einer Publikation in JAMA Oncology.1 Redaktion: Christoph Renninger

Screening und Tests

Das MSK Kids pediatric program des Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSK) in New York City ist eine der größten kinderonkologischen Einrichtungen in den USA. Die ambulant und stationär behandelten Patienten wurden auf Covid-19-Symptome untersucht und nach Kontakt zu Infizierten befragt.

Außerdem wurde bei 3 Personengruppen eine PCR zum Virusnachweis durchgeführt:

  • Patienten mit Kontakt zu Infizierten oder Symptomen einer Infektion,
  • Asymptomatische Patienten vor Myelosuppression, Sedierung oder Klinikaufnahme,
  • Begleitpersonen bei Klinikaufnahme oder ambulanter Chemotherapie.

Insgesamt wurden 335 Tests durchgeführt.

Mehr männliche Patienten infiziert

Von den 178 getesteten pädiatrischen Patienten (71 weiblich, 107 männlich) im durchschnittlichen Alter von 11,1 Jahren) hatten 20 (11,2%) ein positives Testergebnis (durchschnittliches Alter: 15,9 Jahre). Die Rate für einen positiven Virusnachweis lag bei Patienten mit Symptomen oder Kontakt zu Infizierten bei 29,3%.

Signifikant mehr der positiv-getesteten Patienten waren männlich (17 vs. 3; p =0,02). Bei asymptomatischen Patienten ohne bekannten Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten lag die Infektionsrate bei lediglich 2,5%.

Nur ein Covid-19-Patient musste aufgrund seiner Symptome stationär behandelt werden. 3 weitere Patienten blieben aufgrund von Neutropenie, der Krebserkrankung selbst oder einer geplanten Chemotherapie in der Klinik. Alle anderen positiv getesteten Patienten hatten milde Symptome und konnten zu Hause versorgt werden.

Krebspatienten nicht mehr gefährdet als andere Kinder

Die Zahl der untersuchten Fälle ist noch gering, aber in der Untersuchung zeigt sich, dass die Gesamtmorbidität von Covid-19 bei pädiatrischen Krebspatienten gering ist, nur bei 5% war ein Klinikaufenthalt aufgrund der Symptome notwendig. Bei asymptomatischen Patienten ist die Infektionsrate niedrig. Ähnlich wie bei Erwachsenen ist das Risiko einer Infektion für männliche Personen erhöht.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Kinder mit einer Krebserkrankung nicht anfälliger für Covid-19 sind als Kinder in der Gesamtbevölkerung. Zudem sprechen die Zahlen aus dem New Yorker Klinikum gegen die These, dass Kinder ein Reservoir unerkannter SARS-CoV-2-Infektionen darstellen.

  1. Boulad F et al. COVID-19 in Children with Cancer in New York City. JAMA Oncol 2020; 13.05. 2020. DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.2028

Bildquelle: © Getty Images/

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