10. Januar 2019

CAR-T-Zell-Therapie

Wohin geht die Reise?

Die CAR-T-Zell-Therapie ist zur Behandlung bestimmter hämatologischer Erkrankungen bereits zugelassen. Doch wie ist der aktuelle Stand der Forschung bezüglich solider Tumoren?

Lesedauer: 1,5 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einem aktuellen Review in der Fachzeitschrift “Frontiers in Immunology”, das Talina Weber (coliquio-Redaktion) für Sie zusammenfasst.1

CAR-T-Zell-Therapie bei weiteren Krebsarten?

Nach der Zulassung der CAR-T-Zell-Therapie durch die amerikanische Food und Drug Administration (FDA)1 sind nun auch in Europa die gentechnisch modifizierten T-Zellprodukte Tisagenlecleucel (Kymriah®) und Axicabtagen Ciloleucel (Yescarta®) für die Behandlung pädiatrischer und junger Erwachsener mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) und mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL) zugelassen.2 In-vivo-Studien an CAR-T-Zellen, die sich gegen CD19 oder das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) beim Multiplen Myelom richten, haben ebenso frühe Erfolge gemeldet.1 Bei soliden Tumoren ist eine klinische Effektivität der CAR-T-Zellen jedoch noch nicht erwiesen.1

Ein aktuelles Review von Prof. Kristen Long, Mansfield University, und ihren Kollegen beschreibt neue Ansätze zur Verbesserung der CAR-T-Zellen für die Therapie nicht-hämatopoetischer Krebsarten wie solide Tumore.1 Die Ziele sind:

  • verbessertes Antigen-Targeting,
  • verstärkter T-Zell-Transport,
  • Steigerung der Anti-Tumor-Effektivität der CAR-T-Zellen.1,3,6

Abb.1: Intrinsische und extrinsische Aktivitäten der CAR-T-Zellen nach 1.

Zudem besteht das übergeordnete Ziel, die intrinsischen Aktivitäten der CAR-T-Zellen (z.B. Aktivierung, Wachstum, Proliferation) sowie die extrinsischen Aktivitäten gegen Tumorzellen zu verbessern (Abb.1).1

Zelluläre Technik für Sicherheit und Effektivität der CAR-T-Zell-Therapie

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sowohl die bisherigen als auch die zukünftigen Fortschritte zellulärer Technik, ortsspezifischer Genom-Editierung und synthetischer Biologie zweifellos die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Effektivität der CAR-T-Zell-Therapie gegen verschiedene Krankheiten verstärken werden.1,4,5,6 Daher sind CAR-T-Zellen auf dem Weg, eine potentiell kurative Modalität für viele verschiedene Krebsarten zu werden.1

Das frei verfügbare Review von Long und ihren Kollegen finden Sie hier.

Die CAR-T-Zell-Therapie
Im Rahmen der CAR-T-Zell-Therapie werden patienteneigene T-Zellen ex vivo auf genetischer Ebene mit chimären Antigenrezeptoren („chimeric antigen receptor“, CAR) ausgestattet.7 Die mittels CAR-Gentransfer modifizierten T-Zellen werden expandiert und nach Konditionierung der Patienten wieder reimplantiert.7 Mithilfe des Rezeptors können die CAR-T-Zellen maligne Zellen ohne die Präsentation durch B-Zellen erkennen, sich an das vorhandene Oberflächenantigen binden und die maligne Zelle zerstören.1,7

  1. Long, KB et al. CAR T cell therapy of non-hematopoietic malignancies: detours on the road to clinical success. Frontiers in Immunology 2018; 9: 2740.
  2. CAR-T-Zell-Therapie in Europa zugelassen. Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst, 30.08.2018
  3. Schmidts A & Maus MV. Making CAR t cells a solid option for solid tumors. Frontiers in Immunology 2018; 9: 2593.
  4. Leyfman Y. Chimeric antigen receptors: unleashing a new age of anti-cancer therapy. Cancer Cell International 2018; 18: 182.
  5. Watanabe K et al. Expanding the therapeutic window for CAR t cell therapy in solid tumors: the knowns and unknowns for CAR t cell biology. Frontiers in Immunology 2018: 9: 2486.
  6. Tokarew N et al. Teaching an old dog new tricks: next-generation CAR T cells. British Journal of Cancer. 2019; 120_ 36-37. doi: 10.1038/s41416-018-0325-1.
  7. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte & Paul-Ehrlich-Institut. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit. Informationen aus BfArM und PEI. Dezember 2017: (abgerufen am 07.01.2019).

Bildquellen: © istock.com/Meletios Verras (Titelbild)
©Long, KB et al. CAR T cell therapy of non-hematopoietic malignancies: detours on the road to clinical success. Frontiers in Immunology 2018; 9: 2740.

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