24. Juni 2020

ASCO 2020

Todesfälle bei Krebspatienten mit Covid-19

Eine auf dem virtuellen ASCO-Kongress vorgestellte Studie zeigte ein erhöhtes Sterberisiko für Krebspatienten mit Covid-19. Insbesondere eine Behandlung mit der Kombination Hydroxychloroquin und Azithromycin war starkt mit dem Sterberisiko assoziiert.1-3

Lesedauer: 2 Minuten

Redaktion: Christoph Renninger

Knapp 1.000 Patienten analysiert

Eine in The Lancet veröffentlichte Registerstudie des COVID-19 and Cancer Consortiums (CCC19) mit 928 Patienten aus den USA und Kanada konnte zeigen, dass eine Tumorprogression mit einem erhöhten Risiko zu versterben assoziiert war.3 Das Register enthält Daten von Covid-19 Patienten, etwa 40% von ihnen litten unter einer aktiven Krebserkrankung.

Die Hälfte der Patienten war männlich. Die häufigsten Krebsarten waren Brustkrebs (21%), Prostatakrebs (16%), Gastrointestinalen Tumore (12%), Lymphome (11%) und Brustkorbkrebs (10%). 39% der Patienten war in Behandlung, 45% in Remission.

Therapie erhöht Risiko

13% der Patienten (121) verstarben innerhalb von 30 Tagen nach der Covid-19-Diagnose. Nach Anpassung mehrerer Faktoren zeigte sich eine um das 5,2-fach erhöhte Sterbewahrscheinlichkeit für Patienten mit Tumorprogression, im Vergleich zu Patienten in Remission oder ohne Anzeichen der Erkrankung.

Eine Kombination aus den Medikamenten Hydroxychloroquin und Azithromycin erhöhte das Risiko in den ersten 30 Tagen zu versterben um das 2,89-fache, im Vergleich dazu, wenn keine der Substanzen verabreicht wurde. Für die Einzelsubstanzen konnte keine signifikante Erhöhung des Sterberisikos festgestellt werden.

Patienten, welche die Kombinationstherapie erhalten hatten und verstarben, hatten

  • häufiger eine leichte Einschränkung der körperlichen Fitness,
  • erhielten häufiger in den 2 Wochen vor der Covid-19-Diagnose eine Krebstherapie,
  • waren öfter Rhesusfaktor positiv,
  • nicht hispanischer Herkunft
  • und nahmen Statine ein.

Weitere Faktoren beeinflussen das Risiko

Die Studie untersuchte zudem die Fähigkeit Tätigkeiten des alltäglichen Lebens zu erledigen, mit dem Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) Performance Status. Bestanden hierbei Beeinträchigungen tug dies ebenfalls mit einer Erhöhung um das 3,89-fache zum 30-Tage-Sterberisiko bei.

Das Sterberisiko stieg zudem mit jeder Dekade Lebensalter um fast das Doppelte (1,89-fach) an. Auch eine stabile, nicht progrediente Krebserkrankung erhöhte das Risiko um das 1,79-fache, verglichen mit Patienten ohne Krankheitsmerkmale.

Das Risiko für Männer war um das 1,63-fache höher als für Frauen. Auch aktuelle oder frühere Raucher hatten ein erhöhtes Risiko (1,6-fach) als Nichtraucher.

Beim Blick auf das klinische Outcome zeigte sich, dass die Hälfte der Patienten aufgrund von Covid-19 in die Klinik aufgenommen werden musste. 14% wurden intensivmedizinisch versorgt, bei 12% war eine mechanische Beatmung notwendig. Eine Sauerstoffgabe war bei 44% der Patienten notwendig.

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