09. Januar 2018

Anti-Drug-Antikörper: So beeinträchtigen sie die Wirkung neuer Krebsmedikamente

In der Krebstherapie werden zunehmend Medikamente biologischen Ursprungs eingesetzt. Dabei kommt es bei der Mehrzahl dieser biologischen Krebsmedikamente zur Produktion von sogenannten Anti-Drug-Antikörpern (ADAs), die sich auf die Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe auswirken können. Erfahren Sie hier welche Maßnahmen dazu beitragen können, eine Antikörperbildung im Rahmen einer Krebstherapie zu vermeiden.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Dieser Beitrag von Christoph Renninger, coliquio-redaktion, basiert auf einem Übersichtsartikel in der Fachzeitschrift The Oncologist 2016: July 20, 2016.1

ADAs sind in medizinischen Bereichen, wie etwa der Rheumatherapie oder der Behandlung von Hämophilie, ein bekanntes Problem. In der Onkologie hingegen ist die Antikörperbildung, vor allem induziert durch Biologika wie Antikörper, Peptide oder Proteine, jedoch nicht immer im Bewusstsein der behandelnden Ärzte vorhanden.

Klinische Relevanz: Wie wirken die Anti-Drug-Antikörper?

Veränderung der Pharmakokinetik: Eine durch Antikörper veränderte Pharmakokinetik kann zu einer verstärkten Ausscheidung des Medikaments führen, was sich auf die maximale Wirkstoffkonzentration und Halbwertszeit auswirkt. Die Wirkstoffexposition kann dadurch in einem subtherapeutischen Bereich liegen.

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Maßnahmen zur Prävention: Wie lässt sich die Bildung von ADAs verhindern?

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  • Bei der Behandlung von Hämophilie-Patienten mit Faktor VIII ist bekannt, dass eine Therapie mit hohen Dosen in hoher Frequenz zu einer Toleranz führt und weniger Antikörper gegen das Medikament gebildet werden. Bei vielen Krebsmedikamenten ist diese Art der Dosierung aufgrund der therapeutischen und toxischen Effekte nicht möglich. Eine Möglichkeit, dies zu umgehen besteht darin, den immunogenen Teil des Wirkstoffs zu verabreichen, jedoch ohne den pharmakologisch aktiven Teil. Dies ist beispielsweise bei Alemtuzumab möglich.
  • Eine Toleranzentwicklung kann auch dadurch erreicht werden, dass der Wirkstoff in einer geringeren Dosis, über eine kontinuierliche Infusion oder subkutan verabreicht wird. So war bei intravenöser Gabe eines monoklonalen Antikörpers die ADA-Bildung mehr als doppelt so hoch wie bei subkutaner Injektion.

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Fazit: Antikörperbildung im Hinterkopf behalten

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  1. Emilie M.J. van Brummelen, Willeke Ros et al. Antidrug Antibody Formation in Oncology; July 20, 2016: Clinical Relevance and Challenges. The Oncologist 2016

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