04. April 2019

500.000 Euro Schmerzensgeld Sepsis nach intramuskulärer Diclofenac-Injektion

Ein 50-jähriger Patient erhielt zur Behandlung seiner Rückenschmerzen von seinem Hausarzt innerhalb einer Woche vier Injektionen von Diclofenac und Solu-Decortin in den Gesäßmuskel. Ein grober Behandlungsfehler, wie das Landgericht Lüneburg und (nach Berufung) auch das Oberlandesgericht urteilten.

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Einige Stunden nach der letzten Spritze kollabierte der Patient und wurde mit Schüttelfrost, Atembeschwerden und Schmerzen notfallmäßig aufgenommen und intensivmedizinisch behandelt. Diagnostiziert wurde ein septischer Schock, der zu einem multiplen Organversagen mit nachfolgenden Paresen und dauerhafter Beatmungspflicht führte. Ausgangspunkt der Sepsis war ein Spritzenabszess. Über ein Jahr trat keine Besserung ein, was dazu führte, dass der Vater von drei minderjährigen Kindern den ärztlich begleiteten Freitod wählte. 

Landgericht Lüneburg wertet Behandlung als grob fehlerhaft

Die Witwe und ihre Kinder als Erbengemeinschaft verklagten danach den Hausarzt, der die Spritzen verabreicht hatte, vor dem Landgericht Lüneburg wegen eines Behandlungsfehlers auf Zahlung von Schmerzensgeld. Das Gericht Lüneburg (Az. 2 O 157/16) wertete die ärztliche Behandlung als grob fehlerhaft und verurteilte den Hausarzt zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 500.000 Euro. Nach Überzeugung des durch einen medizinischen Sachverständigen beratenen Landgerichts, widersprach die intramuskuläre Injektion der beiden Präparate sowohl dem fachlichen medizinischen Standard als auch den gängigen Leitlinienempfehlungen.

Oberlandesgericht Celle: Berufung des Hausarztes unbegründet

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Bundesgerichtshof weist Beschwerde zurück

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1. € 500.000 Schmerzensgeld für ärztlichen Behandlungsfehler. Oberlandesgericht Celle. 28.03.2019.

Titelbild: © iStock.com/juststock

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