29. Mai 2019

Familienfreundlichkeit in Kliniken: Das sagen junge Ärzte dazu

Dass man junge Ärztinnen und Ärzte in puncto Familienfreundlichkeit entgegenkommen muss, haben die meisten Kliniken verstanden. Zumindest theoretisch. In der Praxis entpuppt sich Vieles leider als leeres Versprechen. Auf dem diesjährigen Anästhesiecongress in Leipzig wurden nun die Ergebnisse einer aktuellen deutschlandweiten Stichprobenbefragung vorgestellt. 1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Bundesweite Erhebung der Uniklinik Stuttgart

Die Uniklinik Stuttgart wollte es genau wissen: Wie zufrieden sind junge Ärztinnen und Ärzte mit der Familienfreundlichkeit ihrer Klinik? Lassen sich Klinikalltag und Familie tatsächlich unter einen Hut bringen? Wie könnte man die Situation verbessern? Die Befragung wurde deutschlandweit, an jeweils 20 Unikliniken und Häusern der Maximal- bzw. Grundversorgung, durchgeführt. Erfragt wurde die empfundene Familienfreundlichkeit. Der Fragebogen umfasste auch Aspekte der persönlichen Lebens- und Arbeitssituation. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge anzubringen.

Familienfreundlichkeit: 5 von 10 Punkten

80 % der Befragten (n=61) arbeiteten im operativen Bereich. Im Mittel hatten sie 1,6 Kinder. 89 % dieser Kinder besuchten eine Kita. Die durchschnittliche Arbeitszeit lag bei 46 Wochenstunden. Ernüchternd ist die Bewertung der Familienfreundlichkeit: Hier gab es nur das Prädikat “durchschnittlich” (5 Punkte, Skala 1-10). Als Hauptproblem kristallisieren sich die Öffnungszeiten der Kitas heraus. Vor allem deren Anpassung an den Klinikalltag wird bemängelt. Kein Wunder also, dass für drei Viertel das Kind eine berufliche Zäsur darstellt und es zu einem wahrnehmbaren Karriereknick gekommen war.

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Offene Wünsche: Ein planbares Ende der Arbeitszeit

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  1. Deutscher Anästhesiecongress (Leipzig, 9.-11. Mai 2019), Posterpräsentation “Mediziner zwischen Karriere und Familie – eine empirische Studie zum Abgleich zwischen den Angeboten für die Kinderbetreuung und Erwartungen der Ärztinnen und Ärzte”, Sören Wagner; Martin Rost (Universität Stuttgart).

Bildquelle: ©iStock/grinvalds

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