18. Juli 2019

Hochdosierter Grüntee kann gegen Neurodegeneration wenig ausrichten

Die Hoffnung aus Tiermodellen hat sich nicht erfüllt: Der Wirkstoff Epigallocatechingallat (EGCG) aus grünem Tee scheint auch bei hoher Dosierung die neurodegenerativen Prozesse bei parkinsonähnlichen Erkrankungen wie der Multisystematrophie nicht aufhalten zu können. Ganz zu den Akten legen wollen die Forscher die Substanz aber noch nicht.1

Lesedauer: ca. 1 Minute

In präklinischen Experimenten sah alles gut aus: Das Polyphenol EGCC sammelte nicht nur freie Radikale ein, es verhinderte auch erfolgreich die Aggregation des Proteins Alpha-Synuclein, welches bei Morbus Parkinson und einigen anderen neurodegenerativen Erkrankungen im Gehirn verklumpt. Im Primatenmodell konnte eine parkinsonähnliche Neurodegeneration um etwa 50 Prozent verzögern werden.

Bei älteren Menschen mit einer Multisystematrophie (MSA) scheint das aber leider nicht zu funktionieren, wie eine Studie deutscher Forscher jetzt gezeigt hat. MSA wurde ausgesucht, weil hier die Alpha-Synuclein-assoziierte Neurodegeneration besonders schnell voranschreitet und sich ein positiver Effekt daher früher und stärker bemerkbar machen sollte.

An der Studie nahmen 92 MSA-Patienten (im Mittel 62 Jahre) teil. 47 von ihnen erhielten über knapp ein Jahr die EGCG-Behandlung, 45 Placebo. Die EGCG-Dosis wurde innerhalb von zwei Monaten auf 1200 mg pro Tag aufdosiert, das entspricht rund 50 Tassen grünem Tee. Es wird angenommen, dass etwa 3% des Wirkstoffs die Bluthirnschranke überwinden.

Das Ergebnis fiel enttäuschend aus: Es zeigten sich am Ende keine signifikanten Unterschiede in der Krankheitsprogression (gemessen an der „Unified MSA Rating Scale“– UMSARS) und auch nicht im klinischen Gesamteindruck. Ein kleiner Hoffnungsschimmer blieb dann aber doch: Bei 17 Patienten in der EGCG- und 11 in der Placebo-Gruppe wurde ein MRT durchgeführt, das unter EGCC einen signifikant geringeren Hirnvolumenverlust im Striatum und Gyrus praecentralis zeigte. Dies könne aufgrund der kleinen Stichprobe zwar auch auf Zufall beruhen, rechtfertige aber doch weitere Studien, so die Forscher.

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  1. ÄrzteZeitung: Grüntee schützt nicht vor Neurodegeneration

Bildquelle: ©Getty Images/YelenaYemchuk

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