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23. Feb. 2022

Bundesregierung plant einfachere Einreise und erwartet Novavax-Impfstoff für diese Woche

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Die Bundesregierung will Auslandsreisen in Corona-Zeiten wieder erleichtern. Nur wenn noch schlimmere Varianten als Omikron auftauchen, sollen noch strenge Regeln gelten. Und ein neuer Impfstoff steht vor seiner Premiere in Deutschland. 1

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Bei den Corona-Regeln für Urlaubsrückkehrer sollen Erleichterungen kommen – besonders für Familien mit Kindern. Das sehen Änderungen der Einreiseverordnung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vor, mit denen sich am Mittwoch das Bundeskabinett befassen soll. So sollen Länder nur noch als Hochrisikogebiete mit weitergehenden Auflagen bei der Rückkehr nach Deutschland eingestuft werden, wenn dort Virusvarianten mit «stärker krankmachenden Eigenschaften» grassieren als die hierzulande dominierende Omikron-Variante. Die Neuregelungen sollen ab 4. März greifen.

Einreise-Erleichterungen insbesondere für Kinder

Für Kinder unter 12 Jahren soll es möglich werden, sich nach Rückkehr aus Hochrisikogebieten direkt aus einer sonst anstehenden Quarantäne frei zu testen. Bisher gilt generell: Wer aus solchen Gebieten kommt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach Einreise mit einem negativen Test daraus befreien. Für Kinder unter 6 Jahren endet die Absonderung bisher fünf Tage nach Einreise automatisch – aber ohne Möglichkeit, sich früher frei zu testen, wenn sie keinen Nachweis als Genesene oder Geimpfte haben.

Das Ministerium verweist zur Begründung für die Erleichterungen für Kinder auch darauf, dass es für Unter-12-Jährige bisher keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission gibt. Generell gilt für Einreisen aus allen Ländern weiter die 3G-Regel – wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Test haben.

Erste Novavax-Lieferungen werden erwartet

Am Mittwoch könnten auch erste Dosen des neuen Corona-Impfstoffs von Novavax in Deutschland eintreffen. Als erste Lieferung werden nach früheren Angaben des Gesundheitsministeriums bis zum Ende der Woche 1,4 Millionen Dosen erwartet. Sie sollen unmittelbar an die Länder verteilt werden, damit in der kommenden Woche mit Impfungen begonnen werden könne.

Gehofft wird, dass Novavax eine Alternative für manche sein könnte, die sich nicht mit den bisherigen mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna impfen ließen. Der Novavax-Impfstoff basiert auf einem klassischeren Verfahren.

Wer sich mit Novavax impfen lässt, wird nach Einschätzung von Immunologen für einen vollen Impfschutz ebenfalls eine Dreifach-Impfung benötigen. «Auch Novavax muss (…) drei bis sechs Monate nach der zweiten Impfung noch mal aufgefrischt werden», sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der «Augsburger Allgemeinen» (Mittwoch). Bisher ist Novavax dem Bericht zufolge jedoch von der europäischen Arzneimittelagentur EMA noch nicht grundsätzlich für Booster-Impfungen zugelassen.

Wie eine Sprecherin des amerikanischen Impfstoff-Herstellers der Zeitung erklärte, führt Novavax bereits entsprechende Studien durch und will noch in diesem Jahr eine Booster-Zulassung beantragen. «Man kann Novavax auch für den Booster einsetzen, auch diejenigen, die vorher eine mRNA-Impfung bekommen haben», sagte Watzl. Novavax wurde genauso wie die anderen Impfstoffe ursprünglich anhand des Originalvirus entwickelt, er sei also nicht speziell an die Omikron-Variante angepasst.

RKI registriert 209 052 Corona-Neuinfektionen 2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 1278,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1306,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1401,0 (Vormonat: 806,8). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 209 052 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 219 972 Ansteckungen.

Experten gehen von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird – diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 299 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 247 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 13 971 947 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI Dienstag mit 6,21 an (Montag: 6,06). Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Corona-Test, die eine andere Haupterkrankung haben. 

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwoch mit 10 234 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 121 902.

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