Neuroborreliose hat keinen negativen Einfluss auf die Lebenserwartung
Die Neuroborreliose ist die wohl am meisten gefürchtete Komplikation der durch Zecken übertragenen Borrelieninfektion. Langfristige negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung oder Sozialleben und beruflichen Erfolg sind aber nicht zu befürchten, wie eine dänische Kohortenstudie jetzt gezeigt hat.1,2
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Die akute Neuroborreliose ist nach dem Erythema migrans die zweithäufigste klinische Manifestation einer Infektion mit Borrelia burgdorferi. Am häufigsten tritt die Neuroborreliose laut Robert Koch Institut in den Sommermonaten Juli und August auf. Diagnose erfolgt durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern im Liquor, der in Dänemark nur in wenigen Labors durchgeführt wird. Hier wurde von 1985 bis Februar 2016 bei 2.026 Patienten die Verdachtsdiagnose bestätigt.
Da in Dänemark alle Einwohner eine persönliche Identifikationsnummer haben, die in allen Registern verwendet wird, konnte im Laufe der Jahre eine Fülle von Informationen über das weitere Schicksal dieser Patienten zusammengetragen werden.
Kein Zusammenhang zwischen Neuroborreliose und Lebensentwartung gefunden
In den meisten Bereichen standen die Patienten mit Neuroborreliose in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose nicht schlechter da als eine Vergleichsgruppe von 20.670 Dänen gleichen Alters und Geschlechts, die nicht an einer Neuroborreliose erkrankt waren. Es zeigten sich keine Unterschiede in der Zahl der Krankenhauskontakte und der Krankenhaustage und auch die Sterblichkeit der Patienten war nicht erhöht.
Besteht eine klinische Verdachtsdiagnose einer Neuroborreliose (Hirnnervenausfälle, Meningitis/Meningoradikulitis, Enzephalomyelitis), lässt sich diese durch den Nachweis entzündlicher Liquorveränderungen zusammen mit einer borrelienspezifischen intrathekalen Antikörpersynthese bestätigen.
Die S3-Leitlinie Neuroborreliose behandelt die Diagnostik und Therapie neurologischer Manifestationen der Lyme-Borreliose bei Kindern und Erwachsenen. Auch Aspekte zu chronischen, unspezifischen Beschwerden im Zusammenhang mit der Lyme-Borreliose sind Teil der Leitlinie.
Patienten mit Neuroborreliose hatten sogar ein höheres Einkommen, sie waren seltener arbeitslos oder verrentet und häufiger verheiratet. Die bessere sozioökonomische Situation könnte darauf zurückzuführen sein, dass bei höherem Bildungsniveau bei entsprechenden klinischen Symptomen der Liquor häufiger und früher auf Borrelien untersucht wird.
Zwei weitere Dinge fielen den Forschern auf: Patienten mit Neuroborreliose erkrankten häufiger an Lymphomen/Leukämien und es wurden häufiger nicht-melanotische Hauttumore diagnostiziert. Eine krebsauslösende Wirkung von Borrelien ist aber nicht bekannt. Vielmehr vermuten die Wissenschaftler, dass hämatologische Malignome im Frühstadium bei Menschen mit Borreliose die Entwicklung von zentralnervösen Komplikationen begünstigen könnten.
Der Zusammenhang mit dem Hautkrebs könnte darauf beruhen, dass sich die Betroffenen häufiger als andere im Freien aufhalten, wo sie dann auch leichter Opfer von Zecken werden.
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Dieser Beitrag wurde erstmals im Juni 2018 veröffentlicht und im Oktober 2025 aktualisiert.


