02. August 2018

Kopfverletzungen: Neuer Bluttest statt Hirnscans

Schädel-Hirn-Traumata nach Kopfverletzungen können schwerwiegende Folgen haben. Die Diagnose erfolgt meist über eine Computertomografie-Untersuchung. Mit einem neuen Bluttest lässt sich jetzt schon vorher ausschließen, dass eine schwere Verletzung vorliegt. In „Lancet Neurology“ schildert ein internationales Forschungsteam unter Mitwirkung der Technischen Universität München (TUM) ihre Ergebnisse. 1,2

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Unfälle, bei denen der Kopf in Mitleidenschaft gezogen wird, haben oft ein Schädel-Hirn-Trauma zur Folge. Diese Verletzungen können relativ harmlos sein – etwa im Fall von Gehirnerschütterungen. In anderen Fällen, beispielsweise wenn größere Mengen Blut auf das Gehirn drücken, können sie aber auch lebensbedrohlich sein und eine schnelle Operation erfordern. Ärztinnen und Ärzte müssen nach einem Unfall oft entscheiden, ob eine genauere Untersuchung mit einem Computer-Tomografen (CT) angebracht ist.

Ein neuer Bluttest könnte sie in Zukunft bei dieser Entscheidung unterstützen. Entwickelt und getestet wurde die Methode von einem internationalen Team, an dem auch Prof. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum rechts der Isar der TUM, als Erstautor der Studie maßgeblich beteiligt war. „Bei dem Verfahren wird das Blut auf zwei Biomarker untersucht, die Proteine UCH-L1 und GFAP“, erläutert Peter Biberthaler. „Je nachdem, in welcher Menge sie im Blut auftraten, konnten wir vorhersagen, ob eine Blutung im Gehirn vorlag.“ Die Klinik für Allgemeine, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München war durch Dr. Viktoria Bogner-Flatz ebenfalls an der Studie und Publikation beteiligt.

Erfolgreich in 99,6% der untersuchten Fälle

Die Standardmethode, um festzustellen, ob eine CT-Untersuchung nötig ist, ist eine Reihe von Tests, die einen Wert auf der sogenannten Glasgow-Skala liefern. Getestet wird beispielsweise, ob Unfallopfer die Augen selbständig öffnen oder sich problemlos artikulieren können. Der bestmögliche Wert für Erwachsene ist 15. Die klinischen Leitlinien in mehreren Ländern schreiben vor, alle Patientinnen und Patienten mittels CT zu untersuchen, bei denen ein Wert unter 15 ermittelt wird.

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Blick in die Zukunft

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1. Jeffrey J et al: Serum GFAP and UCH-L1 for prediction of absence of intracranial injuries on head CT (ALERT-TBI): a multicentre observational study, Lancet Neurology, July 24, 2018, DOI: 10.1016/S1474-4422(18)30231-X

2. Technische Universität München, 01.08.2018: Bluttest statt Hirnscan

Bild: © iStock.com/AlexRaths

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