
Die Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie neurologischer Manifestationen der Lyme-Borreliose bei Kindern und Erwachsenen. Auch Aspekte zu chronischen, unspezifischen Beschwerden im Zusammenhang mit der Lyme-Borreliose sind Teil der Leitlinie.1,2
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Redaktion: Dr. Linda Fischer
In Europa ist Lyme-Borreliose die häufigste durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Bei 3 bis 15 % der Infektionen kommt es zu neurologischen Manifestationen in Form von Polyradikulitis, Meningitis und selten als Enzephalomyelitis. Die Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden.
Besteht eine klinische Verdachtsdiagnose einer Neuroborreliose (Hirnnervenausfälle, Meningitis/Meningoradikulitis, Enzephalomyelitis), lässt sich diese durch den Nachweis entzündlicher Liquorveränderungen zusammen mit einer borrelienspezifischen intrathekalen Antikörpersynthese bestätigen.
Die serologische Diagnostik wird nur bei ausreichendem klinischem Verdacht angefordert.
Das Spektrum an Antibiotika zur Behandlung einer frühen und einer späten Neuroborreliose umfasst:
Dabei ist Doxycyclin im Vergleich zu β-Laktam-Antibiotika (Penicillin G, Ceftriaxon und Cefotaxim) bei der frühen Neuroborreliose hinsichtlich Rückbildung neurologischer Symptome gleich gut wirksam und verträglich.
Bei einer frühen Neuroborreliose sollte die Antibiotikabehandlung über einen Zeitraum von 14 Tagen erfolgen. Bei einer späten Neuroborreliose sind es 14 bis 21 Tage.
Ob die Therapie erfolgreich ist, wird anhand der klinischen Symptomatik beurteilt.
Keine bzw. keine validen, auswertbaren Studiendaten liegen bisher zur Wirksamkeit von Antibiotika-Kombinationsbehandlungen sowie zur Wirksamkeit von Chloroquin, Carbapenemen und Metronidazol vor.2
Erstmals wird in der Leitlinie eine veröffentlichte, prospektive, randomisierte klinische Studie zur Dauer der Antibiotikabehandlung bei früher Neuroborreliose beschrieben: In deren Rahmen zeigte Doxycyclin über 6 Wochen gegenüber 2 Wochen keinen klinischen Vorteil. Nachdem die Daten mit Ergebnissen einer früheren Studie gepoolt worden waren, lag erstmals eine Klasse-Ia-Evidenz zur Dauer der Antibiotikagabe bei früher Neuroborreliose vor.
Im Zuge der Leitlinienarbeit wurde zudem erstmals ein systematisches Review zur Behandlung des Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS) erstellt. Es offenbarte, dass weder Lebensqualität noch Fatigue, Depression oder Kognition auf eine antibiotische Therapie ansprechen.
Die aktualisierte Leitlinie spricht sich zudem gegen eine Steroidgabe zusätzlich zur Antibiotikatherapie bei Fazialisparese im Rahmen einer Neuroborreliose aus.2
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