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Wichtige Leitlinien im Überblick

13. Juni 2024

S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Onkologie aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie Komplementärmedizin aktualisiert. Dabei wurden insgesamt sechs Kapitel überarbeitet und vier Themen neu aufgenommen. Mit der Leitlinie erhält das medizinische Fachpersonal evidenzbasierte Empfehlungen zum Einsatz komplementärer Verfahren in der Onkologie. 

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Korb voller Beifuß-Zweige
Artemisia Annua (Beifuß): Eines von vier neu in die Leitlinie aufgenommenen Kapitel.

Basisdaten der Leitlinie

  • Leitlinie: S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patientinnen und Patienten
  • Stufenklassifikation: S3
  • AWMF-Register-Nr.: 032 - 055OL
  • Stand: 31.05.2024; gültig bis: 31.05.2029
  • Federführende Fachgesellschaften: Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG); Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG); Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO); Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e.V. (DEGRO)

Um den eigenen Körper während einer Krebstherapie zu unterstützen, greift die Hälfte aller Betroffenen auf eine ergänzende Behandlung zurück. Aufgrund der Dynamik im Bereich der komplementären und alternativen Krebsmedizin und auch wegen der hohen Akzeptanz bei Krebsbetroffenen hat das Leitlinienprogramm Onkologie die im Jahr 2021 erstmals veröffentlichte S3-Leitlinie überarbeitet.

Wesentliche Neuerungen der Leitlinie

Folgende Kapitel sind neu in die Leitlinie aufgenommen worden: „Methadon“, „Zeolithe (Vulkangestein)“, „Cannabinoide“ sowie die Heilpflanze „Artemisia Annua (Beifuß)“. Der Bereich „Homöopathie“ und fünf Kapitel zu Substanzen in der biologischen Therapie wurden nach einer Aktualisierungsrecherche überarbeitet. „Die wissenschaftlich basierte Datenlage zu komplementärer Krebsmedizin ist noch immer begrenzt. Wir haben deshalb Themen mit besonderem Forschungsbedarf identifiziert und als neues Kapitel in die überarbeitete Leitlinie aufgenommen. Mir persönlich liegt außerdem eine adäquate Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten zu den in der Leitlinie adressierten Themen am Herzen“, sagt Leitlinienkoordinatorin Prof. Dr. med. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Vorsitzende in der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie der DKG.

Orientierung an neuen Erkenntnissen zu Methoden, Verfahren und Substanzen

Ziel der S3-Leitlinie Komplementärmedizin ist es, Ärztinnen und Ärzten sowie weiterem in der
Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten einbezogenem Fachpersonal sowie den Betroffenen selbst evidenzbasierte Empfehlungen für anstehende Therapieentscheidungen zu geben. Die aktualisierte Handlungsempfehlung betrifft Patient*innen während und nach der akuten Therapie sowohl im ambulanten als auch stationären Bereich.

„Mit dieser Leitlinie sollen Krebspatient*innen in Zukunft an jedem Tumorzentrum und Behandlungsort zu Fragen zur komplementären und alternativen Medizin durch die sie betreuenden Ärztinnen und Ärzte und andere Berufsgruppen fundierte Antworten erhalten und nicht mehr mit der Suche nach seriöser Information allein gelassen werden. Auf diesem Weg soll die Qualität der Versorgung verbessert und die Situation der Patient*innen gestärkt werden“, so Hübner.

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