
Die S2k-Leitlinie fasst den Stand der Empfehlungen für die ambulante und stationäre therapeutische Praxis bei Erwachsenen mit einer Hirnnervenerkrankung (N. fazialis) zusammen.1
Lesedauer: ca. 1 Minute

Redaktion: Dr. Linda Fischer
Die Autorinnen und Autoren der neuen S2k-Leitlinie betonen, wie wichtig eine sorgfältige differenzialdiagnostische Abklärung ist. Der Grund: 25–40 % aller Fazialisparesen sind nicht-idiopathischer Genese.
Die Leitlinie empfiehlt, Patientinnen und Patienten mit idiopathischer Fazialisparese direkt mit Steroiden zu behandeln, da diese die vollständige Rückbildung fördern und das Risiko von Synkinesien, autonomen Störungen und Kontrakturen senken. Zusätzliche antivirale Therapien sind nicht empfohlen.
Zudem ist auf eine sorgfältige symptomatische Therapie zu achten, um die Hornhaut zu schützen und Komplikationen zu verhindern. Der Nutzen einer Übungsbehandlung ist nicht wissenschaftlich belegt, sollte aber aus psychologischen Gründen in Betracht gezogen werden. Der Nutzen einer Akupunktur ist nicht belegt.
Bei unzureichendem Lidschluss nach Defektheilung besteht eine Therapieoption mittels Oberlidbeschwerung. Bei schwerwiegenden persistierenden Paresen sind operative mikrochirurgische Nerven- und Muskelplastiken möglich.
Diese Themen könnten Sie auch interessieren: