
Neurologinnen und Neurologen können die Trigeminusneuralgie (TN) aufgrund ihrer prägnanten Symptomatik relativ leicht diagnostizieren. In den letzten Jahren wurden neue Erkenntnisse zur Symptomatik, Pathophysiologie und Behandlung der TN gewonnen, die u. a. zu einer geänderten Klassifizierung der Erkrankung geführt haben.1
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Redaktion: Dr. Linda Fischer
Für Betroffene ist das eine gute Nachricht, denn oft erkennen nur spezialisierte Ärztinnen und Ärzte diese Erkrankung. Die Trigeminusneuralgie ist selten: Nur 4 von 100.000 Menschen erkranken daran. Allerdings können die Attacken die Betroffenen stark belasten. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet 3 Formen der TN:
Diagnostiziert wird die TN primär klinisch. Zum Ausschluss einer symptomatischen Trigeminusneuralgie ist eine Magnetresonanztomografie des Schädels erforderlich. Neu ist die Erkenntnis, dass nicht jede enge Lagebeziehung zwischen N. trigeminus und Gefäßen zwangsläufig zu einer TN führen muss. Bei der Diagnose der TN ist vor allem wichtig zu prüfen, ob der Trigeminusnerv auf der betroffenen Seite verdrängt oder atrophiert ist.
Die einzig zugelassenen Medikamente zur Behandlung der TN sind Carbamazepin und Phenytoin. Bei der medikamentösen Therapie ist Carbamazepin das Mittel der Wahl, alternativ Oxcarbazepin, für welches jedoch keine Zulassung vorliegt.
Eine Kombination mit Medikamenten der 2. Wahl wie Gabapentinoiden, Baclofen, Topiramat oder OnabotulinumtoxinA ist in der Praxis oft effektiv. Für die akute Exazerbation können neben einer beginnenden Eindosierung von Carbamazepin auch Phenytoin i. v. (einziges zugelassenes Medikament) sowie unter anderem Lidocain intranasal/intraoral oder Sumatiptan s. c. eingesetzt werden.
Operative Therapieverfahren sollten bei unzureichender Wirkung der medikamentösen Prophylaxe oder bei intolerablen Nebenwirkungen eingesetzt werden. Gesichert wirksam ist die mikrovaskuläre Dekompression (MVD) nach Jannetta. Neben der MVD und anderen ablativen Eingriffen werden auch neue neuromodulative Stimulationsverfahren erforscht, für die bislang jedoch nur Fallberichte und kleine Kohortenstudien vorliegen.
Dieser Beitrag ist im Original auf Univadis.de erschienen.
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