
Die Leitlinie gibt ausschließlich Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. Chronische Migräne, Hemicrania continua, Münzkopfschmerz sowie neu aufgetretener täglicher anhaltender Kopfschmerz werden in einer separaten Leitlinie behandelt.1
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Redaktion: Dr. Linda Fischer
Die Leitlinie empfiehlt, den Überbegriff „chronische tägliche Kopfschmerzen“ nicht mehr zu verwenden.
Laut aktuellen Daten liegt die 1-Jahres-Prävalenz von Kopfschmerzen vom Spannungstyp unter Anwendung der International Classification of Headache Disorders (ICHD-3)-Kriterien in Deutschland deutlich niedriger als in früheren Studien. Sie beläuft sich für Frauen auf 10,3 % und für Männer auf 6,5 %.
Nicht medikamentös wirksame Einzelinterventionen umfassen
Eine Kombination verschiedener Verfahren ist wirksamer als Einzelinterventionen.
Wirksam für die akute Therapie sind klassische Analgetika oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Kombinationen von Analgetika oder NSAR mit Koffein. Am besten belegt und somit Therapien erster Wahl sind:
Um Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch zu vermeiden, muss die Höchsteinnahme von 10 (Kombinationspräparate) bzw. 15 (einfache Analgetika) Tagen pro Monat eingehalten werden.
Mischpräparate mit Koffein sollten aufgrund einer höheren Nebenwirkungsrate im Vergleich zu Monopräparaten erst eingesetzt werden, wenn reine Analgetika keine ausreichende Besserung brachten.
Ebenfalls schmerzlindernd und zur Akuttherapie geeignet ist 10%iges Pfefferminzöl, auf Stirn und Schläfen.
Als begleitende, nicht medikamentöse Prophylaxe empfiehlt die Leitlinie
Für die medikamentöse Prophylaxe chronischer Kopfschmerzen vom Spannungstyp ist Amitriptylin das Mittel erster Wahl. Empfohlen wird zudem für eine zusätzliche Wirksamkeit die Kombination aus medikamentöser und nicht medikamentöser Therapie. Aufgrund mangelnder Datenlage nicht empfohlen in der Prophylaxe ist die Anwendung von Wirkstoffkombinationen.
Akupunktur kann versucht werden, wenn medikamentöse Verfahren nicht gewünscht oder nicht wirksam sind. Die Studienlage gestaltet sich hier allerdings heterogen.
Im Rahmen der interventionellen Verfahren kann die Leitlinie für „Dry Needling“ und Triggerpunkt-Injektion aufgrund begrenzter Datenlage keine allgemeine Empfehlung geben. Diese Methoden können aber aus denselben Gründen wie die Akupunktur erwogen werden.
Nicht empfohlen ist die Blockade des N. occipitalis major beim chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp. Für neuromodulierende Verfahren liegt ebenfalls keine Empfehlung
vor.
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