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Wichtige Leitlinien im Überblick

25. Okt. 2023
Postpunktionell und spontan

S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des Liquorunterdruck-Syndroms

Im klinischen Alltag kommt ein Liquorunterdruck-Syndrom nach diagnostischer Lumbalpunktion oder spinaler Anästhesie häufig vor. Das spontane Liquorunterdruck-Syndrom wird hingegen häufig fehlinterpretiert. Die Leitlinie möchte präzise diagnostische Kriterien an die Hand geben und nennt Therapieoptionen abhängig von der Genese des Syndroms.1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Leitlinie zu Diagnostik und Behandlung des Liquorunterdrucksyndroms
S1-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des postpunktionellen und spontanen Liquorunterdruck-Syndroms | Symbolbild (Foto: Dreamstime.com | Martinmark)

Redaktion: Dr. Linda Fischer

Basisdaten

  • Leitlinie: S1-Leitlinie Diagnostik und Therapie des postpunktionellen und spontanen Liquorunterdruck-Syndroms
  • Stufenklassifikation: S1
  • AWMF-Register-Nr.: 030 - 113
  • Stand: 28.06.2023; gültig bis 27.06.2028
  • Federführende Fachgesellschaft: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN)1

Im Folgenden finden Sie Auszüge neuer Empfehlungen der Leitlinie.

Postpunktionelles Syndrom: mäßige Evidenz für atraumatische Nadeln

Gemäß einer aktuellen Cochrane-Untersuchung liegt „mäßige Evidenz“ dafür vor, dass atraumatische Nadeln das Risiko eines postpunktionellen Syndroms verringern können, ohne die Gefahr unerwünschter Effekte (z. B. Rückenschmerzen, Parästhesien) zu erhöhen. Diese Einschätzung wird durch eine unlängst veröffentlichte Metaanalyse gestützt.

Forscherinnen und Forscher wiesen in Cochrane-Analysen zudem die Effektivität von Koffein, Gabapentin und Theophyllin bei der Behandlung des Syndroms nach, heißt es in der Leitlinie. Ebenso wurde die Wirksamkeit des epiduralen Blutpatches bestätigt. Eine vorbeugende Anwendung des Patches wird allerdings nicht empfohlen.

Spontane intrakranielle Hypotension: spinale Liquorfisteln ursächlich

Die spontane intrakranielle Hypotension ist eine unterdiagnostizierte Erkrankung, die sich durch orthostatische Kopfschmerzen und Liquorverlust-Anzeichen in der Bildgebung auszeichnet. Ursächlich sind spinale Liquorfisteln, die wiefolgt unterteilt werden können:

  1. ventrale Duraeinrisse, meist durch Mikrosporne auf Bandscheibenhöhe verursacht
  2. meningeale Divertikel und Schwachstellen im Bereich der Nervenwurzel
  3. direkte Fisteln zwischen Liquor und epiduralen Venen

In therapierefraktären Situationen kann ein mikrochirurgischer Verschluss des Duralecks eine Heilungsrate von > 90 % erzielen, sofern das Leck präzise lokalisiert werden kann.1,2

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