
Die neue S1-Leitlinie fasst die Differenzialdiagnostik und Therapie von Muskelkrämpfen (Crampi) bei erwachsenen Menschen zusammen.1,2
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Redaktion: Dr. Linda Fischer
Im Rahmen eines Muskelkrampfs kontrahiert ein Muskel, ein Teil des Muskels oder eine Muskelgruppe akut, schmerzhaft und unwillkürlich. Ein solcher Krampf geht mit einer tastbaren Verhärtungen einher und ist sowohl von kurzer Dauer (Sekunden bis Minuten) als auch selbstlimitierend.
Besonders nächtliche Muskelkrämpfe sind häufig: Bereits 90 % der jungen Erwachsenen berichten vereinzelt von Muskelkrämpfen, wobei die Frequenz im Alter steigt. Oft überdauert ein lokaler Muskelschmerz den akuten Krampf für einen Tag oder länger. Risikofaktoren umfassen:
Generell hat sich die Evidenzlage zur Behandlung idiopathischer Muskelkrämpfe in den letzten Jahren kaum geändert:
Zur Behandlung symptomatischer Muskelkrämpfe hat sich die Studienlage zwar mittlerweile verbessert, jedoch sind trotzdem – Stand heute – keine evidenzbasierten Empfehlungen möglich.
In der Abklärung sind zunächst symptomatische Muskelkrämpfe auszuschließen. Im Akutfall wird der krampfende Muskel gedehnt bzw. die Antagonisten statisch angespannt. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen sind regelmäßig Dehnübungen der Wadenmuskeln hilfreich.
Die Wirksamkeit von Magnesium bei idiopathischen Krämpfen ist nicht ausreichend belegt. Ein Mangel sollte aber ausgeglichen werden. Bei Muskelkrämpfen während der Schwangerschaft ist die Wirkung von Magnesium unsicher.
Kein ausreichendes Evidenzniveau für pharmakologische Therapien gibt es für belastungsinduzierte Muskelkrämpfe sowie für symptomatische Muskelkrämpfe im Rahmen von Schwangerschaft, Dialyse, Leberzirrhose oder peripheren neurogenen Schäden.
In unserem Überblick zu Leitlinien der Neurologie finden Sie eine Auswahl neuer und aktualisierter Leitlinien und Empfehlungen, die besonders für Neurologinnen und Neurologen relevant sind.