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Wichtige Leitlinien im Überblick

23. Dez. 2024
Übersicht

Wichtige Leitlinien 2024

Wir haben für Sie zum Jahresende eine Auswahl wichtiger neuer und aktualisierter Leitlinien aus dem Jahr 2024 zusammengestellt und nach Fachgebieten geordnet.

Lesedauer: ca. 7 Minuten

Wichtige Leitlinien 2024
Neue und aktualisierte Leitlinien aus dem Jahr 2024 in der Übersicht.  (Foto: Getty Images | boonchai wedmakawand)

Redaktion: Marc Fröhling

Neue und aktualisierte S3-Leitlinien aus dem 2. Halbjahr 2024

Neue S3-Leitlinie Intensivmedizin nach Polytrauma veröffentlicht

Die erste alleinig federführend von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) verantwortete S3-Leitlinie – Intensivmedizin nach Polytrauma – ist in diesem Jahr von der AWMF veröffentlicht worden. „Es brauchte dringend Handlungsempfehlungen für die sich an die Akutversorgung anschließende intensivmedizinische Behandlung von Polytraumapatienten“, betont Prof. Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care am Universitätsklinikum Aachen. Fünf evidenzbasierte Empfehlungen und zahlreiche konsensbasierte sind von dem großen Expertengremium für die neuen S3-Leitlinie zusammengestellt worden. Denn vor allem in den Tagen nach dem Ereignis benötigen schwerverletzte Patientinnen und Patienten eine umfassende Intensivtherapie.

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Erste S3-Leitlinie zur Gicht veröffentlicht

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) veröffentlicht erstmals eine evidenzbasierte S3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der weitverbreiteten Stoffwechselerkrankung Gicht. Entscheidend sei die frühzeitige Diagnose der Gicht, um rasch mit einer wirksamen Therapie beginnen zu können. Im akuten Gichtanfall empfiehlt die aktuelle Leitlinie den Einsatz von entzündungshemmenden Medikamenten wie Colchicin, Glukokortikoiden oder nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). „Gerade hier sehen wir noch Defizite in der Versorgung. Denn eine rasche Symptomkontrolle ist von entscheidender Bedeutung, um den Schaden am Gelenk zu minimieren und die Schmerzbelastung der Patienten schnell zu lindern“, betont Privatdozentin Dr. med. Uta Kiltz, Oberärztin am Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne, die zusammen mit Privatdozentin Dr. med. Anne-Kathrin Tausche, Dresden, die Leitlinienentwicklung koordiniert hat.

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Update der S3-Leitlinie CKD in der hausärztlichen Versorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM) ihre Leitlinie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischer, nicht dialysepflichtiger Nierenkrankheit (CKD) grundlegend aktualisiert. Die überarbeitete S3-Leitlinie enthält aktualisierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Die Notwendigkeit der Bestimmung der Albuminurie (Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin, UACR) bei der Diagnosestellung dient nicht nur zur Stadien-Einteilung von Nierenkrankheiten.  

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S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der epidermalen Nekrolyse

Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hat federführend die erste S3-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Stevens-Johnson-Syndroms (SJS) und der toxischen epidermalen Nekrolyse (TEN) veröffentlicht. Beim Stevens-Johnson-Syndrom bzw. der toxisch epidermalen Nekrolyse als Maximalvariante handelt es sich um akute, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit einer Ablösung der Haut bzw. der Schleimhäute, die mit einer Mortalität mit bis zu 20-50 % einhergehen und üblicherweise durch Medikamente oder Infektionen verursacht werden. Trotz der Schwere der Erkrankung und der Notwendigkeit eines strukturierten interdisziplinären Behandlungskonzeptes stand in Deutschland bislang keine Leitlinie für SJS/TEN zur Verfügung.Ziel ist es, die Versorgung dieser lebensbedrohlichen Überempfindlichkeitsreaktionen zu verbessern und Morbidität sowie Mortalität zu senken.

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S3-Leitlinie zum Ovarialkarzinom aktualisiert: neue Therapieempfehlungen bei der Rezidivtherapie

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) die S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren“ aktualisiert. Unter anderem wurde das Kapitel „Pathologie“ vollständig überarbeitet. Zudem wurden aufgrund neuer Studiendaten insbesondere die Empfehlungen zur Rezidivtherapie angepasst. Eine neue Behandlungsoption gibt es außerdem für Frauen, die an einem serösen low-grade Karzinom erkrankt sind.

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S3-Leitlinie Nierenzellkarzinom aktualisiert: Neue Empfehlungen zu erblichen Tumoren

Laut Robert Koch-Institut erkranken jährlich etwa 14.000 Personen an Nierenkrebs – Männer sind fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Prognose ist vergleichsweise günstig, das relative 5-Jahres-Überleben von Erkrankten liegt bei 79 Prozent für Frauen und bei 77 Prozent für Männer. 2020 verstarben etwa 5.100 Personen an Nierenkrebs. Bei der Entstehung können unter anderem erbliche Faktoren eine Rolle spielen. Das Leitlinienprogramm Onkologie hat nun die S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom überarbeitet und neue Empfehlungen zu erblichen Tumoren integriert, deren Diagnostik und Behandlung eine besondere Fachexpertise erfordern.

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Aktualisierte S3-Leitlinie zu Leber- und Gallenblasenkrebs

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum Hepatozellulären Karzinom (HCC) und zu biliären Karzinomen aktualisiert. Die nunmehr fünfte Version der Leitlinie zu diesen beiden Tumorentitäten beinhaltet beim HCC insbesondere Aktualisierungen bei der Diagnostik und Systemtherapie. Aktualisierungen bei den biliären Karzinomen betreffen die Risikofaktoren und ebenfalls Empfehlungen zur Systemtherapie.

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Neue S3-Leitlinie „Nichtinvasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz“ veröffentlicht

Die neue S3-Leitlinie „Nichtinvasive Beatmung als Therapie der chronischen respiratorischen Insuffizienz“, unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) entstanden, ist ebenso seit diesem Jahr verfügbar. Sie ersetzt die bekannte S2k-Leitlinienversion für invasive und nichtinvasive Therapien „Beide Bereiche haben sich in den vergangenen Jahren so dynamisch und unterschiedlich entwickelt, dass wir uns nun für eine wissenschaftliche, differenziertere Aufteilung in jeweils eigene Leitlinien entschieden haben”, erklärt Leitlinienkoordinatorin Privatdozentin Dr. Sarah Stanzel, Fachärztin in der Lungenklinik an den Kliniken der Stadt Köln. Ein großer Unterschied zur früheren Leitlinienversion: „Die Grenzwerte für eine Indikation zur nichtinvasiven Beatmung bei verschiedenen Krankheitsbildern wurden an die bestehende Evidenz angepasst”, erklärt Koordinatorin Stanzel. Ihr besonderes Augenmerk galt zudem der Vermeidung widersprüchlicher Aussagen.

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S3-Leitlinie Endometriumkarzinom aktualisiert

Das Endometriumkarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Genitalorgane. In Deutschland zählt es mit etwa 11.000 diagnostizierten Neuerkrankungen im Jahr zu der fünfthäufigsten Krebserkrankung bei Frauen. Am häufigsten erkranken sie nach den Wechseljahren, das mittlere Alter bei Diagnosestellung liegt bei 67 Jahren. Im Jahr 2020 verstarben etwa 2.700 Menschen in Deutschland an einem Endometriumkarzinom. Die überarbeitete S3-Leitlinie zum Gebärmutterkörperkrebs enthält u.a. neue Erkenntnisse und Empfehlungen zu Risikofaktoren und zur Strahlen- sowie medikamentösen Therapie. Auch die Behandlung seltener histologischer Subtypen und erblicher Varianten wird thematisiert.

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