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Wichtige Leitlinien im Überblick

09. Jan. 2024
Übersicht

Wichtige Leitlinien 2023

Wir haben für Sie eine Auswahl wichtiger neuer und aktualisierter Leitlinien aus dem vergangenen Jahr zusammengestellt und nach Fachgebieten geordnet.

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Klemmbrett, Stethoskop und Tastatur
Neue und aktualisierte Leitlinien aus dem Jahr 2023 in der Übersicht. (Foto: © Getty Images / Isabel Pavia)

Redaktion: Marc Fröhling

Aktualisierte S3-Leitlinie Müdigkeit

Ein großes Spektrum möglicher Erkrankungen kann dazu führen, dass Menschen mit Müdigkeit in die hausärztliche Praxis kommen. Die vollständig überarbeitete Leitlinie soll Ärztinnen und Ärzte unterstützen, Störungen festzustellen und Betroffene entsprechend zu beraten. Die Leitlinie bezieht sich dabei auf erwachsene Patientinnen und Patienten.

Diese suchen eine Praxis in der Regel auf, wenn das Symptom Müdigkeit nicht als angemessen erklärt werden kann (z. B. durch Anstrengung oder Mangel an Schlaf), die Beeinträchtigung nicht mehr akzeptabel erscheint oder die individuellen Kompensationsmöglichkeiten erschöpft sind.

Primär ungeklärte und unverhältnismäßige Müdigkeit liegt vor, wenn die Ursache nicht direkt evident ist (wie z. B. bei physiologisch auftretender Müdigkeit oder einem akuten Infekt) und die Beschwerden nicht nur kurzfristig vorliegen oder trotz entsprechender Therapie persistieren. 

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S2k-Leitlinie COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation aktualisiert

Die Leitlinie informiert zu Rehabilitations-Maßnahmen, einschließlich Früh-Rehabilitation. Sie beschreibt, wie Patientinnen und Patienten mittels medizinischer Rehabilitation sowie ambulanter und Langzeit-Betreuung nach Covid-19 versorgt werden, u. a. bei längerer Symptom-Persistenz (Long-Covid/Post-Covid).

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Überarbeite S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletztenversorgung

Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat ihre S3-Leitlinie „Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung“ gemeinsam mit 25 Fachgesellschaften und Berufsverbänden überarbeitet und neu herausgegeben. Von den insgesamt über 330 Empfehlungen sind 69 neu und 70 auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterentwickelt worden, beispielsweise Empfehlungen zur prähospitalen Blutstillung.

Die Leitlinie soll eine systematische und fachlich fundierte Behandlung in zeitkritischen Notfallsituationen ermöglichen: Für die Versorgung Schwerverletzter am Unfallort gibt es knapp 100 Empfehlungen. In dieser Phase geht es vor allem darum, die Blutung zu stoppen, den Atemweg zu sichern und den Kreislauf beispielsweise durch Infusionen zu stabilisieren. Nach der Rettung geht die Behandlung im Krankenhaus-Schockraum weiter. Dafür und für die erste operative Phase gibt es knapp 250 weitere Empfehlungen. Ärztinnen und Ärzte erhalten klare Hinweise für Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma und für Verletzungen an Wirbelsäule, Bauch, Becken, Armen, Beinen oder dem Urogenitaltrakt.

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S3-Leitlinie Demenzen

1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland aktuell an einer Demenz erkrankt. Ihnen die optimale Therapie zu ermöglichen, ist das Ziel der neuen S3-Leitlinie Demenzen. Sie umfasst 109 Empfehlungen zur Diagnostik und Behandlung von Demenzen. Die jetzt neu erschienene S3-Leitlinie Demenzen fasst die Empfehlungen für eine optimale Versorgung zusammen. „Die neue Leitlinie macht umfassende Empfehlungen für die ganzheitliche Behandlung der erkrankten Menschen“, erläutert der Psychiater Prof. Dr. Frank Jessen, der für die DGPPN als Koordinator an den Leitlinien gearbeitet hat. „Die Empfehlungen berücksichtigen biologische, psychologische und soziale Aspekte und richten sich mit Hinweisen zu Diagnostik, Therapie, Betreuung und Beratung an alle Fachleute, die mit Menschen mit Demenzen zu tun haben, sowie an Betroffene und Angehörige.“

Die wichtigste Neuerung der Leitlinie ist Frank Jessen zufolge die Möglichkeit, die Diagnose bereits in einem früheren Stadium der Erkrankung zu vergeben. „Bislang musste für die Diagnose Demenz die Selbstständigkeit der Menschen deutlich beeinträchtigt sein, was eine echte Frühdiagnostik erschwert. Mit der Diagnose der leichten kognitiven Beeinträchtigung, des ‚mild cognitive impairment bei einer Alzheimer-Krankheit‘, können wir den Betroffenen künftig deutlich früher Behandlungsangebote machen und so hoffentlich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.“

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S3-Leitlinie Osteoporose: Neue Berechnung des individuellen Frakturrisikos

Die S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männern ab dem 50. Lebensjahr ist vollständig überarbeitet worden. Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft den Algorithmus, nach dem das individuelle Frakturrisiko berechnet wird. Daraus ergeben sich aktualisierte Empfehlungen für die Prophylaxe und Therapie. Herausgegeben hat die Leitlinie der Dachverband der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Gesellschaften (DVO).

Wie hoch das individuelle Frakturrisiko ist, hängt aber noch von weiteren Faktoren ab, welche in den Leitlinien detailliert aufgeführt werden. Dazu gehören neben allgemeinen Risikofaktoren, wie Adipositas, erhöhter Alkoholkonsum und Rauchen auch zahlreiche Erkrankungen, wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenunterfunktion aber auch rheumatische Erkrankungen. Ebenfalls Medikamente, wie systemische Glucocorticoide, Protonenpumpenhemmer (PPI) und Aromatasehemmer können das Osteoporose-Risiko erhöhen. Der Algorithmus zur Berechnung des individuellen Risikos ist dabei auf rund 100 evidenzbasierte Risikofaktoren erweitert worden und die Gewichtung der einzelnen Risikofaktoren wurde komplett überarbeitet und neuen Erkenntnissen angepasst.

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Neue S3-Leitlinie Perioperatives Management bei gastrointestinalen Tumoren

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 112.000 Personen an bösartigen Tumoren des Magen-Darm-Trakts. Meist ist bei Betroffenen von Magen-Darm-Tumoren der einzig heilende Ansatz eine Operation. Für die neue S3-Leitlinie wurden insgesamt 77 Handlungsempfehlungen für die Zeit vor, während und nach Operationen von Tumoren im Magen-Darm-Trakt erstellt.

Erreicht wird die Senkung der Komplikationsrate durch verschiedene Interventionen rund um den Eingriff wie beispielsweise eine intensive Patientenaufklärung über das multimodale perioperative Konzept, sogenannte Prähabilitationsmaßnahmen sowie eine rasche Mobilisation nach der Operation. Ein besonderes Augenmerk wird in der neuen S3-Leittlinie auf die Zeit vor dem Eingriff gelegt. Die Handlungsempfehlungen beinhalten daher präoperativ beispielsweise die Behandlung einer bei Tumorpatientinnen und -patienten oft vorhandenen Unterernährung und Blutarmut, Nikotin- und Alkoholverzicht sowie körperliche Aktivität.

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S3-Leitlinie Psychoonkologie aktualisiert

Eine Krebserkrankung wird von Betroffenen und ihren Angehörigen häufig als sehr belastend wahrgenommen. Die Diagnose Krebs kann zu akuten Krisen führen, Ängste und das Gefühl von Hilflosigkeit auslösen. Auch die körperlichen Folgen der Behandlungen können als deutliche Einschränkung wahrgenommen werden. Durch psychoonkologische Maßnahmen soll die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen erhalten oder erhöht werden. Die S3-Leitlinie gibt Empfehlungen für die psychoonkologische Versorgung basierend auf dem aktuellen Wissensstand.

In der überarbeiteten Fassung wurden elf Themen neu aufgenommen, unter anderem zu Besonderheiten spezieller Zielgruppen wie älteren Patientinnen und Patienten oder solche mit Hirntumoren. Darüber hinaus wurden weitere Kapitel inhaltlich überarbeitet. 

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S3-Leitlinie Fetale Überwachung in der Schwangerschaft

In der neuen Leitlinie sind Daten zur Durchführung von Dopplersonografie oder CTG bei low-risk-Schwangerschaften gebündelt und Handlungsempfehlungen abgeleitet. So sollte im low-risk Kollektive keine antepartuale Dopplersonografie im Rahmen der Überwachung durchgeführt werden (Konsensstärke: 93,3 %) und kein antepartuales CTG geschrieben werden (Konsensstärke: 100 %).

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Neue und aktualisierte Leitlinien nach Fachgebiet

Onkologie

Innere- und Allgemeinmedizin

Intensiv- & Notfallmedizin

Gynäkologie

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Neurologie

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Chirurgie

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