11. Mai 2020

S1-Leitlinie

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Zu Beginn des Jahres 2020 hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie die Empfehlungen rund um die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erneuert. Finden Sie hier eine Zusammenfassung der Neuerungen.1

Lesedauer: 1 Minute

Stand: Januar 2020

Diese Punkte sind neu dazugekommen:2

  • Wirtstiere für FSME-Viren können neben kleinen Nagetieren auch Nutztiere wie Schafe, Ziegen und Rinder sein.
  • Eine Übertragung mit FSME-Viren kann auch durch eine Organtransplantation geschehen. Die Infektion kann in der Folge zum Tod führen.
  • Immunmodulierende Therapien (z.B. mit Rituximab) können bei Erkrankten zum Tod führen.
  • Das Risikogebiet wächst stetig. Mittlerweile gehört nun die gesamte Schweiz mit Ausnahme der Kantöne Genf und Tessin dazu. Auch in den Niederlanden wurde im Jahr 2019 über lokale Übertragung berichtet.
  • Das Risiko, nach einem Zeckenstich an FSME zu erkranken, ist nicht zuverlässig abschätzbar.
  • Nach Grundimmunisierung und erster Booster-Impfung kann der Impfschutz bis zu 10 Jahre anhalten (bei Menschen unter 50 Jahren).
  • Die Impfung führt bei Multipler Sklerose nicht zu häufigeren Schüben.

Mehr als ein Drittel der an FSME erkrankten Patienten tragen dauerhafte neurologische Schäden davon. Deshalb wird die aktive Impfung allen Personen nach dem vollendeten 1. Lebensjahr und vor Aufenthalt in einem Risikogebiet empfohlen.

  1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie: “Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)” unter www.dgn.org/leitlinien
  2. Kaiser R. et a., Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), S1-Leitlinie, 2020, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 11.05.2020)

Bildquelle: ©Getty Images/Leonsbox

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