Warum Ärzte ihre Stelle aufgeben wollen
Nach einer US-amerikanischen Untersuchung tragen sich etwa ein Drittel der angestellten Ärztinnen und Ärzte mit dem Gedanken, ihre Einrichtung in den nächsten 2 Jahren zu verlassen. Was sind die Gründe?1
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Autorin: Maria Weiß | Redaktion: Dr. Linda Fischer
Ein Ärztemangel droht ohnehin schon, wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht. Verschärft werden kann die Situation, wenn angestellte Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf vorzeitig an den Nagel hängen. Laut einer US-amerikanischen Untersuchung denken rund 30 % der angestellten Ärztinnen und Ärzte darüber nach, ihre Einrichtung in den kommenden 2 Jahren zu verlassen – zumeist wegen Burnout oder mangelnder beruflicher Erfüllung.
Wichtig im Job: Anerkennung, Unterstützung, Personal
Für die Untersuchung von Jennifer A. Ligibel und ihrem Team wurden 18.719 in der Patientenbetreuung tätige angestellte Ärztinnen und Ärzte an 15 akademischen Einrichtungen zwischen Mai 2022 und März 2023 nach Burnout-Symptomen, Zufriedenheit mit dem Beruf und der Intention, den Job an den Nagel zu hängen (ITL, Intention to leave), gefragt.
37,9 % von ihnen erfüllten danach die Kriterien eines Burnouts. 39,3 % fanden keine Erfüllung mehr in ihrem Beruf und 32,6 % waren mehr oder weniger bereit, innerhalb der nächsten 2 Jahre zu kündigen.
Burnout und mangelnde Erfüllung waren nach Berücksichtigung demografischer Faktoren mit der ITL assoziiert – das galt auch für Depressionen und negative Auswirkungen der Arbeit auf persönliche Beziehungen. Andere Faktoren wie die Unterstützung durch Vorgesetzte sowie durch Kolleginnen und Kollegen, gute Personalausstattung, erhaltende Anerkennung, organisatorische Covid-19-Unterstützung und eine als hilfreich empfundene Digitalisierung der Patientenakten waren mit einer geringeren Neigung zum Jobwechsel verbunden.
Ansatzpunkte, um Zufriedenheit der Ärztinnen und Ärzte zu steigern
Die Studie zeigt somit Punkte auf, an denen man ansetzen muss, um die Zufriedenheit von Ärztinnen und Ärzten am Arbeitsplatz zu erhöhen und sie länger im Job zu behalten, schreiben die Autorinnen und Autoren. Falls dies nicht gelingt, könnte sich der Ärztemangel noch verschärfen und die Arbeit werde auf immer weniger Schultern verteilt.

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