Aktueller Überblick zu Ärztinnen & Ärzten in der Schweiz
Wie viele deutsche Ärztinnen und Ärzte arbeiten in der Schweiz? Wie ist es dort um die Altersstruktur und die Frauenquote bestellt – und in welchen Bereichen herrscht Handlungsbedarf? Die Antworten liefert die aktuelle Ärztestatistik der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH).
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Der folgende Beitrag basiert auf der FMH-Ärztestatistik 2021. Redaktion: Marc Fröhling
Frauenanteil in der Ärzteschaft steigt weiter …
Im Jahr 2021 waren in der Schweiz 39.222 Ärztinnen und Ärzte berufstätig gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit die Gesamtzahl der in der Schweiz tätigen Ärztinnen und Ärzte um 720 gestiegen, was einem Zuwachs von 1,9 % entspricht. Im Vergleich mit den beiden Vorjahren fällt die Zunahme im Jahr 2021 höher aus (620 Personen im Jahr 2020; 357 im Jahr 2019). Dieser Zuwachs ist hauptsächlich auf die Medizinerinnen zurückzuführen: Während eine Zunahme von 694 Ärztinnen verzeichnet werden konnte, fällt dieser bei den Männern deutlich geringer aus (+26). Damit steigt auch der Frauenanteil in der Ärzteschaft weiter auf nun 44,9% (Vorjahr: 43,9%). Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert lediglich bei 36,7%.
… nimmt aber mit steigender Hierarchiestufe deutlich ab
45% der Ärztinnen und Ärzte waren 2021 hauptberuflich in Kliniken tätig. Im Praxissektor waren 53% verordnet, außerhalb der Kliniken und Praxen übten 2% eine Tätigkeit aus. Knapp die Hälfte der Praxisärzte (47%) war in Einzelpraxen tätig, etwas mehr (53%) in Doppel- und Gruppenpraxen. Im Kliniksektor lag der Frauenanteil (48%) um fünf Prozentpunkte höher als im Praxissektor (43%). Ein Blick auf die Hierarchiestufen zeigt allerdings, dass der Frauenanteil dort mit steigender Hierarchiestufe weiterhin deutlich abnimmt. Beträgt dieser auf Assistenzarztebene noch 59,5%, sinkt er bei der leitenden Ärzteschaft auf 29,5% und auf Chefarztebene auf nur 15,3% ab. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.
Durchschnittsalter stagniert – ein Viertel ist 60 Jahre oder älter

Ähnlich wie in den Vorjahren lag das Durchschnittsalter der in der Schweiz tätigen Ärztinnen (46,6 Jahre) und Ärzten (52,8 Jahre) im Jahr 2021 bei 50 Jahren. Damit ist die Hälfte der berufstätigen ärztlichen Fachkräfte in der Schweiz 50 Jahre alt oder älter, ein Viertel ist über 60 Jahre alt. Ärztinnen sind im Schnitt mehr als sechs Jahre jünger als ihre männlichen Kollegen.
Ärztinnen und Ärzte aus dem Kliniksektor sind mit einem Durchschnittsalter von 44,3 Jahren im Schnitt zehn Jahre jünger als Kolleginnen und Kollegen im Praxissektor (54,6 Jahre). Ein Blick auf Daten aus dem Jahr 2005 zeigt jedoch, dass das Durchschnittsalter seitdem in beiden Sektoren deutlich gestiegen ist: im Praxissektor um drei, im Kliniksektor um 4 Jahre. Diese Entwicklung verdeutlicht den dringenen Bedarf an medizinischem Nachwuchs in der Schweiz.
Beliebteste Fachgebiete & Arztdichte in der Schweiz
Mit Blick auf die beliebtesten Fachgebiete gibt es an der Spitze keine Veränderung im Vergleich zum Vorjahr. Die Allgemeine Innere Medizin [Anm. der Redaktion: Seit 2011 ersetzt in der Schweiz dieser Facharzttitel die bisherigen Titel „Allgemeinmedizin“ und „Innere Medizin“] ist unter allen berufstätigen Schweizer Ärztinnen und Ärzten von den 46 möglichen Fachgebieten nach wie vor das am häufigsten vertretene (22%). An zweiter Stelle liegen unverändert die Psychiatrie und Psychotherapie (10%), gefolgt von der Kinder- und Jugendmedizin (5%) und der Gynäkologie und Geburtshilfe (5%).
Die Frauenquote ist weiterhin in den Fachgebieten Kinder- und Jugendmedizin (67%), Kinder- und Jugendpsychiatrie (66%) und Gynäkologie und Geburtshilfe (66%) am höchsten. Dagegen sind in den chirurgischen Disziplinen die Männer deutlich in der Überzahl (Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie: 92%, Thoraxchirurgie: 91%, Orthopädische Chirurgie: 87%).
Im Jahr 2020 [Anm. der Redaktion: Die Zahlen für das Jahr 2021 sind noch nicht verfügbar] kamen in der Schweiz auf eine Person im ärztlichen Dienst 224 gemeldete Personen, im Jahr 2014 waren es noch 237. Im Praxissektor waren dies 2020 424 gemeldete Personen pro Ärztin oder Arzt – 2014 waren es noch 457. Die detaillierten Zahlen finden Sie in der folgenden Bildergalerie zum Durchklicken.
4 von 10 berufstätigen Ärztinnen und Ärzten kommen aus dem Ausland, …
15.077 (38,4%) der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stammen der aktuellen Statistik zufolge aus dem Ausland beziehungsweise besitzen ein ausländisches Arztdiplom. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil damit um 1% gestiegen. Im Praxissektor beträgt der Anteil der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland 36,4%, im Kliniksektor 40,7%. Bereits heute zeichnet sich der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte ab, dass die Abhängigkeit vom Ausland in Bezug auf die medizinischen Fachkräfte in den kommenden Jahren eher weiter zunehmen wird.

…mehr als die Hälfte davon aus Deutschland

Der Großteil der aus dem Ausland stammenden Kolleginnen und Kollegen stammt nach wie vor aus den direkten Nachbarländern. An erster Stelle liegt Deutschland (51,8%), gefolgt von Italien (9,2%), Frankreich (7,2%) und Österreich (6%). Auf Platz fünf ist Griechenland mit 5,1% verortet.

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