30. Januar 2020

WHO: 13 Herausforderungen im neuen Jahrzehnt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Liste mit 13 dringenden Herausforderungen für die weltweite Gesundheit veröffentlicht. Diese wurde von Experten aus aller Welt erarbeitet.

Lesedauer: 2,5 Minuten

Dieser Beitrag basiert auf einer Veröffentlichung der WHO, die Christoph Renninger für Sie zusammengefasst hat.1

Zugang zu Medikamenten ausweiten

Etwa ein Drittel der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu Medikamenten, Impfstoffen, Diagnostika und anderen wichtigen Medizinprodukten. Der Mangel an qualitativ hochwertigen Produkten kann das Leben und die Gesundheit bedrohen.

Medikamente und andere Produkte sind, nach der Vergütung ärztlicher Tätigkeit, der zweitgrößte Ausgabenpunkt in den meisten Gesundheitssystemen, in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen sogar die größte Komponente.

Die WHO will sich in den kommenden Jahren die Erhöhung der Kapazitäten in Ländern mit geringem Einkommen kümmern. Ebenso steht der Kampf gegen gefälschte oder minderwertige medizinische Produkte im Fokus.

Auf Jugendliche achten

Jedes Jahr sterben über eine Million Jugendliche (10-19 Jahre). Die häufigsten Todesursachen sind dabei Verkehrsunfälle, HIV, Suizid, Atemwegsinfektionen und Gewalt. Das Risiko für Todesfälle steigt durch den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen, sowie Mangel an körperlicher Aktivität und ungeschützten Geschlechtsverkehr.

Neue Leitlinien sollen in Politik und Gesundheitswesen dazu führen, dass die Gesundheit von Jugendlichen besonders berücksichtigt wird. Ziel ist es, den Konsum von Drogen und Alkohol sowie selbstverletztendes oder gewalttätiges Verhalten zu verhindern.

Auch die Information über HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten, Kontrazeption und Schwangerschaften steht im Mittelpunkt der WHO-Kampagnen.

Unterstützung für Menschen im Gesundheitswesen

Eine chronische Unterfinanzierung von Angestellten im Gesundheitswesen hat zu einem Mangel an Fachkräften überall auf der Welt geführt. Im Jahr 2030 wird die Welt 18 Millionen zusätzliche Menschen brauchen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, darunter 9 Millionen Krankenschwestern und Hebammen.

Um Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen, hat die WHO das Jahr 2020 zum Jahr der Krankenschwester und Hebamme erklärt. Durch neue Investitionen sollen neue Fachkräfte ausgebildet und angemessen bezahlt werden.

Neue Technologien nutzen

Technologische Fortschritte revolutionieren das Vorgehen, Krankheiten zu verhindern, zu erkennen und zu behandeln. Genomeditierung, synthetische Biologie und digitale Technologien wie künstliche Intelligenz können viele Probleme lösen, werfen kedoch neue Fragen auf.

Bereits 2019 hat die WHO neue Komitees eingerichtet, die sich mit der Anwendung von Genomeditierung und digitaler Gesundheit beschäftigen. Dabei soll die Entwicklung und der Gebrauch dieser Technologien reguliert werden, damit diese einen Nutzen für die Gesundheit haben.

Gesundheitsversorgung fair machen

Bei der Gesundheit von Menschen öffnet sich die sozio-ökonomische Schere immer weiter. Der Unterschied bei der Lebenserwartung zwischen reichen und armen Ländern liegt bei 18 Jahren. Es gibt jedoch auch große Unterschiede innerhalb eines Landes oder sogar in derselben Stadt.

Gleichzeitig sorgt die weltweite Zunahme an nicht-übertragbaren Krankheiten wie Krebs, chronischen Atemwegserkrankungen oder Diabetes, für eine hohe Belastung der Gesundheitssysteme, gerade in ärmeren Ländern.

Eine Möglichkeit das Ungleichgewicht zu reduzieren, ist eine starke primäre Gesundheitsversorgung, welche sich um die meisten gesundheitlichen Probleme kümmert. Die WHO ruft ihre Mitgliedsländer dazu auf, die Ausgaben in diesem Bereich um mindestens 1% des Bruttoinlandsprodukts zu steigern.

8 weitere Herausforderungen

Außerdem führt die WHO folgende Felder an:

  • Klimawandel & Umweltverschmutzung
  • Versorgung in Krisenregionen
  • Infektionskrankheiten
  • Epidemien
  • Schutz vor ungesunden Produkten
  • Vertrauen in der Bevölkerung
  • Resistenzen von Krankheitserregern
  • Versorgung mit sauberem Wasser

Einige der Herausforderungen fanden sich bereits im vergangenen Jahr auf der WHO-Liste der 10 Bedrohungen für die weltweite Gesundheit.

  1. Urgent health challenges for the next decade. World Health Organization, 13.01.2020

Bildquelle: © Getty Images/ MJ_Prototype, Halfpoint, SDI Productions, metamorworks, PeopleImages

Jetzt kommentieren

Möchten Sie den Beitrag kommentieren?

Angemeldete Mitglieder unserer Ärzte-Community können Beiträge kommentieren und Kommentare anderer Ärzte lesen.


Jetzt kommentieren

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist 
coliquio GmbH gemäß §4 HWG.

coliquio GmbH
Turmstraße 22
78467 Konstanz
www.coliquio.de

Tel.: +49 7531 363 939 300
Fax: +49 7531 363 939 900
Mail: info@coliquio.de

Vertretungsberechtigte Geschäftsführer:
Felix Rademacher, Martin Drees
Handelsregister: Amtsgericht Freiburg 
Registernummer: HRB 701556
USt-IdNr.: DE256286653