22. November 2021

Schlaganfall und Demenzprävention

Wieviel Kaffee und Tee ist optimal?

Über die Auswirkung der Kombination von Tee und Kaffee auf das Risiko für Schlaganfall, Demenzerkrankung und Demenz nach einem Schlaganfall ist wenig bekannt. Eine groß angelegte britische Beobachtungsstudie liefert nun Ergebnisse. 1

Lesedauer: 2 Minuten

Autorin: Priscilla Lynch, Übersetzung aus dem Englischen und redaktionelle Bearbeitung: Dr. Linda Fischer

In der vorliegenden Beobachtungsstudie, die kürzlich in der Fachzeitschrift PLoS Medicine veröffentlicht wurde, werteten Forschende Daten gesunder Menschen aus der UK Biobank aus. Die UK Biobank ist eine groß angelegte biomedizinische Datenbank und Forschungsressource mit detaillierten genetischen und gesundheitlichen Informationen von einer halben Million britischer Menschen. 2

Ziel war es, den Zusammenhang zwischen Kaffee und Tee sowohl einzeln als auch in Kombination mit dem Risiko, einen Schlaganfall oder eine Demenz zu entwickeln, im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie zu untersuchen.

Das Hauptergebnis: Die Kombination aus Tee- und Kaffeekonsum war mit einem geringeren Risiko für Demenz nach einem Schlaganfall verbunden.

Das Studiendesign

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten Daten von 365.682 Personen im Alter von 50 bis 74 Jahren aus der britischen Biobank, die zwischen 2006 und 2010 rekrutiert wurden, und beobachteten sie bis zum Jahr 2020. Zu Beginn der Studie gaben die Teilnehmenden Selbstauskunft über ihren Kaffee- und Teekonsum.

2-3 Tassen Kaffee oder Tee senken Risiko um 32 bzw. 28 %

Während des Studienzeitraums entwickelten 5079 Personen der Kohorte eine Demenz und 10.053 erlitten mindestens einen Schlaganfall. Schlaganfälle oder Demenz traten dabei seltener bei Personen auf, die täglich

  • zwei bis drei Tassen Kaffee,
  • drei bis fünf Tassen Tee oder
  • eine Kombination aus vier bis sechs Tassen Kaffee und Tee konsumierten.

Personen, die täglich zwei bis drei Tassen Kaffee oder Tee tranken, hatten ein um 32 % geringeres Schlaganfallrisiko (Hazard Ratio HR, 0,68; 95% Konfidenzintervall KI 0,59 bis 0,79; p < 0,001) und ein um 28 % geringeres Demenzrisiko (HR, 0,72; 95 % KI 0,59 bis 0,89; p = 0,002) im Vergleich zu Personen, die weder Kaffee noch Tee tranken.

Kombination effektiver als nur Tee oder Kaffee

Außerdem war die Kombination von Kaffee- und Teekonsum mit einem geringeren Risiko für einen ischämischen Schlaganfall und eine vaskuläre Demenz assoziiert. Darüber hinaus war die Kombination von Tee und Kaffee mit einem geringeren Risiko für eine Demenz nach einem Schlaganfall verbunden, wobei das geringste Risiko bei einem täglichen Kaffee- und Teekonsum von drei bis sechs Tassen bestand (HR, 0,52; 95 % KI 0,32 bis 0,83; p = 0,007).

Studie zeigt nur Assoziation, keine Kausalität

Der Kaffee- und Teekonsum wurde lediglich zu Beginn der Studie abgefragt und spiegelt daher möglicherweise keine langfristigen Konsummuster wieder. Außerdem wurden Störfaktoren nicht berücksichtigt, welche Effekteinschätzungen in Beobachtungsstudien verzerren können. Zudem repräsentieren die Teilnehmenden aus der UK Biobank keinesfalls die gesamte britische Bevölkerung oder die Bevölkerung über die britischen Grenzen hinweg.

Aufgrund dieser Einschränkungen der Studie weisen die Autorinnen und Autoren darauf hin, dass es zwar möglich sei, dass Kaffee- und Teekonsum vor Schlaganfall, Demenz und Demenz nach Schlaganfall schütze, dass aber aus den Assoziationen keine Kausalität abgeleitet werden könne. 1

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Dieser Beitrag ist im Original auf Medscape.co.uk erschienen.

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