12. März 2021

PraxisRegister Schmerz

Real-World-Daten belegen signifikante Schmerzlinderung mit Dronabinol

Eine aktuelle Analyse aus dem PraxisRegister Schmerz belegt die klinisch relevante schmerzlindernde Wirksamkeit von Dronabinol als Add-on-Therapie bei chronischen Schmerzen.1

Lesedauer: 2,5 Minuten

Schmerzindex nimmt deutlich ab

Innerhalb eines 12-wöchigen Beobachtungszeitraums sank die durchschnittliche 24-Stunden-Schmerzintensität, gemessen mit dem Schmerzindex, bei 46,5 Prozent der Patienten, die mit Dronabinol behandelt wurden, um mindestens die Hälfte. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen nahmen im Verlauf der Behandlung ab. Andere Schmerzmedikamente konnten zum Teil deutlich geringer dosiert werden. Die Ergebnisse wurden jetzt beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag vorgestellt.

„Das PraxisRegister Schmerz mit seinen inzwischen mehr als 300.000 Behandlungsfällen gibt uns wertvolle Hinweise zur Behandlung von chronischen Schmerzen aus der Versorgungsrealität und hilft uns, die Wirksamkeit und Verträglichkeit neuer Substanzen unter Alltagsbedingungen, d. h. jenseits kontrollierter klinischer Studien, einzuschätzen“, sagte PD Dr. Michael A. Überall beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag.

So zeigt die Auswertung von 1.145 Patienten (53,8 Prozent Frauen, mittleres Alter 56,9 Jahre) über einen Zeitraum von 12 Wochen bei 46,5 Prozent eine Reduktion der mittleren 24-Stunden-Schmerzintensität um mindestens 50 Prozent. Positive Effekte konnten zudem bezüglich der Aktivitäten des alltäglichen Lebens, der Lebensqualität und des Schlafs der Patienten nachgewiesen werden.

Um mindestens 50 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert verbesserten sich die Aktivitäten des täglichen Lebens bei 39 Prozent der Patienten, die Lebensqualität bei 31,4 Prozent und der Schlaf bei 35,3 Prozent.

Dronabinol ermöglicht Reduktion anderer Schmerzmittel

Dronabinol zeigte zudem Einspareffekte bezogen auf andere Analgetika. Mehr als die Hälfte der Patienten (51 Prozent) konnte aufgrund der schmerzlindernden Wirkung von Dronabinol die Anwendung anderer Schmerzmedikamente reduzieren. 7,8 Prozent der Patienten benötigten sogar keine weiteren Analgetika mehr.

Eine Subgruppenanalyse in der Altersgruppe der Patienten ab 65 Jahren zeigte zudem, dass bei dieser älteren Population bereits geringere Dronabinol-Dosierungen zu den gewünschten Effekten führen.

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen nahmen im Laufe der Behandlung ab

Zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (> 5 Prozent) gehörten Schwindel (14,7 Prozent), Somnolenz (13,8 Prozent), Fatigue (8 Prozent), Gedächtnisstörung (6,2 Prozent), Übelkeit (6,2 Prozent) und Mundtrockenheit (5,1 Prozent). Mit der Dauer der Behandlung nahmen die Nebenwirkungen ab. 161 (14,1 Prozent) Patienten brachen die Behandlung aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen ab, 96 (8,4 Prozent) wegen mangelnder Wirksamkeit.

„Insgesamt ist Dronabinol eine gut wirksame und verträgliche Option in der Schmerztherapie. Besonders relevant sind die Verbesserungen im Alltag unserer Patienten“, so das Fazit von Dr. Johannes Horlemann, Tagungspräsident des Deutschen Schmerz- und Palliativtages und Präsident der DGS. Zu ganz ähnlichen Aussagen kommen die soeben publizierten 3-Jahres-Daten der Begleiterhebung zum Cannabisgesetz.

  1. PraxisRegister Schmerz: Real-World-Daten belegen signifikante Schmerzlinderung mit Dronabinol; Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.; 12.03.2021.

Bildquelle: © gettyImages/PeopleImages

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