02. September 2020

Notfall des Monats

Frau (47) mit Bewusstseinstrübungen: Das ist die Ursache

In der Klinik benötigen die Ärzte etwas Zeit, um schließlich zur Diagnose zu kommen. Mit der entsprechenden Therapie kommt es rasch zu einer Besserung der Beschwerden.

Lesedauer: 1 Minute

Dieser Bericht wurde als “Fall des Monats” bei der Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung.1 Redaktion: Christoph Renninger

Diagnose & Therapie im Krankenhaus

Der Notarzt hat Medikations-Kombination mit arrhythmogenem Einfluss als Ursache der wiederholten kurzzeitigen Bewusstseinstrübungen bei Oberkörper-Vertikalisierung in Betracht gezogen. Eine normabweichende Dosierung oder Fehleinnahme der Medikation wird von der Patientin ausdrücklich verneint.

Nach Eintreffen in der Zentralen Notaufnahme des Krankenhauses mit erweitertem Versorgungspektrum bleibt die Ursache der Synkopen auch beim secondary survey durch den aufnehmenden Internisten und nach EKG-Kontrolle in der ZNA zunächst unklar.

Vom diensthabenden Oberarzt wird dann jedoch echokardiographisch eine deutliche Rechtsherzbelastung festgestellt.
Die anschließende weitere Diagnostik ergibt eine relevante Lungenembolie der Patientin.

Es wird eine Alteplase-Behandlung durchgeführt. Bei rascher Beschwerdebesserung kann die 47-jährige Frau 5 Tage später aus der stationären Behandlung entlassen werden.

EKG-Veränderungen bei akuter Lungenembolie

Die Sensitivität des EKGs in der Diagnostik der akuten Lungenembolie ist begrenzt. Zu den Befunden, die mit einer akuten Lungenembolie assoziiert sein können, gehören:
• eine Sinustachykardie
• ein inkompletter oder kompletter Rechtsschenkelblock
• eine T-Wellen-Inversion
• ein SIQIII-Typ
• ST-Streckenveränderungen und
• neu auftretende Arrhythmien
Etwa 10-25% der Patienten mit klinisch bedeutsamer Lungenembolie haben ein normales EKG.

Wenn man die abgebildeten beiden EKG-Streifen des 12-Kanal-EKGs der Patientin in diesem Zusammenhang nochmals betrachtet, lag also ein im EKG nicht unbedingt erkennbares Krankheitsbild vor.

Die Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen e.V. (AGNNW) vereint seit 1983 die in Nordrhein-Westfalen tätigen Ärzte des organisierten Rettungswesens.Mit aktuell ca. 2500 Mitgliedern, ist die AGNNW eine kompetente Informationsquelle bei notarztrelevanten Gesetzesänderungen.
In ihrem Wirkungsbereich sollen die bestmöglichen Voraussetzungen für eine Optimierung des organisierten Rettungswesens geschaffen werden. Hierzu gehören neben der Etablierung geeigneter Einsatzbedingungen insbesondere das Angebot an Fortbildungsveranstaltungen.

  1. Fall des Monats November 2019. Dr. Gerrit Müntefering, AGNNW

Bildquelle: © Getty Images/weisschr (Symbolbild)

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