23. Juni 2021

Notfall des Monats

Bevorstehende Geburt

Das Rettungsteam wird zu einem Einfamilienhaus im Zentrum einer Kleinstadt gerufen. Bei einer 28-Jährigen steht eine plötzliche Geburt bevor.1

Lesedauer: 1,5 Minuten

Dieser Bericht wurde als “Fall des Monats” bei der Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung.1 Redaktion: Christoph Renninger

Situation vor Ort

Das Rettungsteam findet eine 28-jährige Frau in der 38. Schwangerschaftswoche vor. Die Schwangere teilt mit, dass die Fruchtblase wohl noch nicht geplatzt sei. Sie läuft etwas aufgeregt in der Wohnung umher. Es handelt sich um eine I-Gravida. Wehen treten nach Angaben der Schwangeren im Abstand von 5-6 Min auf. Der Mutterpass kann eingesehen werden.

Hier wird ein bis dato unauffälliger Schwangerschaftsverlauf nachvollziehbar, Kindsgröße liegt sonografisch im unteren Normbereich.

Relevante Vorerkrankungen der Schwangeren sind nicht dokumentiert: Kein Diabetes mellitus, keine Hinweise auf eine schwangerschaftinduzierte Hypertonie (SIH) mit Risiko der Eklampsie / kein HELLP-Syndrom, keine arterielle Hypertonie.

Die Patientin wird sofort in die liegende Position überführt, bei diesem vorsichtig unterstützten Transfer platzt die Fruchtblase.

Erstuntersuchung der Schwangeren im Liegen

Blutdruck 120/70 mmHg, Herzfrequenz 105 /min. SpO2 99%.

Die Farbe des Fruchtwassers ist leicht gelblich und klar.

Nach Vorankündigung einer Inspektion des Introitus, mit Einwilligung der Schwangeren, erfolgt dann die Sichtung des Schambereichs. Im Bereich der Vulva wird ein Stück Nabelschnur sichtbar, an der ein kräftiger Puls tastbar ist.

Unter einer erneut einsetzenden Wehe wird der Kindskopf noch nicht im Introitus sichtbar. Die Pulsation im Verlauf der Nabelschnur wird aber deutlich schwächer.

Die nächste geburtshilfliche Klinik, als Level 3 -Klinik (perinatale Schwerpunktklinik mit geburtshilflicher Abteilung plus Kinderklinik), wäre mit einer Fahrzeit von 15 Minuten erreichbar.

Die Anlage eines intravenösen Zugangs ist erfolgt. Berotec®  als Dosieraerosol ist vorhanden. Ansonsten sind keine geburtshilflich relevante Medikation auf dem NEF oder dem RTW bevorratet.

Wie das Einsatzteam weiter vorgeht und es Mutter und Kind ergeht, lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Münteferring G. Fall des Monats August 2018. AGNNW

Bildquelle: © gettyImages/bydesignvisuals

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