08. April 2021

Notfall des Monats

56-jährige Frau mit Schwindelattacke und Herzrasen

Mitten in einer Montagnacht wählt ein Mann den Notruf, seine Mutter leide unter Schwindel und Herzrasen. Notarzt und Rettungswagen treffen kurze Zeit später ein.

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Bericht wurde als “Fall des Monats” bei der Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung.1 Redaktion: Christoph Renninger

Situation vor Ort

Die Wohnung der Patientin befindet sich in einem Mehrfamilienhaus in der zweiten Etage. Der Sohn der Patientin öffnet die Wohnungstür. Die 56-jährige Frau wird in der Küche auf dem Boden sitzend vorgefunden. Die Patientin ist wach und ansprechbar, sie klagt über Herzrasen.

Die Symptomatik von kurzdauernden Palpitationen mit schnellem Puls sei bei ihr allerdings bereits seit über 1 Jahr bekannt. Vor ca. 10 Monaten habe sie aufgrund einer länger andauernden Episode des Herzrasens für wenige Tage im Krankenhaus gelegen. Dort sei das Herzrasen medikamentös beendet worden.

Ab diesem Zeitpunkt habe sie für einige Monate 2 herzspezifische Medikamente nehmen müssen. Der Name dieser Medikamente ist der Patientin nicht mehr erinnerlich. Diese kardial wirksamen Medikamente seien dann vom Hausarzt vor ca. 3 Monaten abgesetzt worden, da der Blutdruck und auch der Puls über mehrere Wochen zu niedrig gewesen seien. Weitere Begleiterkrankungen (Schilddrüsendysfunktion etc.) bestehen angabegemäß nicht.

In den letzten beiden Wochen habe sie im Rahmen ihrer Berufstätigkeit als Kassiererin im Supermarkt allerdings erneut mehrmals kurze Episoden eines Herzrasens verspürt,die aber bereits nach 20-30 Sekunden spontan sistiert hätten.

In der aktuellen Nacht hätten Palpitationen und Herzrasen vor ca. 30 Minuten angefangen und sei nicht mehr von alleine wieder weggegangen. Ihr sei auch leicht schwindelig geworden.

Erstbefund

Der Radialispuls ist bei der Patientin nur sehr schwach und hochfrequent tastbar.

  • Die Pulsoximetrie ergibt einen Wert von 96%,
  • Herzfrequenz: pulsoximetrisch 220/Min,
  • Blutdruck: 78 /50 mmHg,
  • Lungenauskultation unauffällig,
  • keine pathologischen Herzgeräusche,
  • keine peripheren Ödeme,
  • Blutzucker: 171 mg/dl.

Das abgeleitete 12-Kanal-EKG ergibt den nachfolgend gezeigten Befund.

Erstmaßnahmen

Anlage eines intravenösen Zugangs im Bereich des Handrückens und Infusion einer kristalloiden Lösung. Einleitung der Carotissinusdruckmassage ohne Befundbesserung.

Wie geht es weiter?

Wie das Notfall-Team handelt und wie es der Patientin im weiteren Verlauf ergeht, lesen Sie im zweiten Fall des Beitrags.

  1. Münteferring G. Fall des Monats November 2020. AGGNW

Bildquelle: © Getty Images/Asobinin

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