08. September 2021

Notfall des Monats

Einsatz auf Supermarktgelände: 78-jähriger Mann mit pektanginösen Beschwerden

Nach dem Wocheneinkauf bemerkt ein 78-Jähriger plötzlich ein Druckgefühl im Oberkörper und Herzrasen. Er schafft es noch in sein Auto und die Ehefrau wählt den Notruf.1

Lesedauer: 2 Minuten

Dieser Bericht wurde als “Fall des Monats” bei der Arbeitsgemeinschaft Notärzte in Nordrhein-Westfalen (AGNNW) veröffentlicht und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung. 1

Situation vor Ort und Anamnese:

Nahezu zeitgleiches Eintreffen von NEF und RTW am Parkplatz vor einem Supermarkt. Eine Frau (Ehefrau des Patienten) winkt vor einem geparkten PKW. Dort sitzt ein 78-jähriger Mann auf dem Fahrersitz mit gesenkter Rückenlehne.

Der Patient ist ansprechbar, leicht dyspnoisch. Er klagt über ein thorakales Druckgefühl. Dieses Druckgefühl sei beim Beendigen des Einkaufs aufgetreten mit begleitender zunehmender Schwäche. Er habe es nur mit Unterstützung seiner Frau zum PKW geschafft.

Die Ehefrau berichtet, dass ihr Mann am heutigen Vormittag bereits die Praxis des Hausarztes aufgesucht habe aufgrund eines anhaltenden leichten Übelkeitsgefühls. Bei Beschwerdekonzentration im Oberbauch sei vom Hausarzt daraufhin eine Gastroskopie empfohlen und terminiert worden.

Anamnestisch besteht bei dem Patienten der Zustand nach Stentimplantation bei koronarer Herzkrankheit vor einigen Jahren. Eine vor 2 Jahren durchgeführte Kontroll-Koronarangiographie habe angabegemäß keinen revisionsbedürftigen Befund ergeben.

Vor ca. 2 Jahren ist dann noch einmal eine stationäre kardiologische Krankenhausbehandlung notwendig geworden, es sein ein Schrittmacher eingesetzt worden. Genauen Angaben kann die aufgeregte Ehefrau des Patienten nicht machen.

Sofortige Nachfrage nach dem Schrittmacherausweis, der aber nicht mitgeführt wird. Informationen zum Schrittmachertyp/-kode sind somit vor Ort nicht zu erhalten.

Aktuell sei nun – ohne nachvollziehbare vorangegangene körperliche Belastung – plötzlich das thorakale Druckgefühl aufgetreten, verbunden mit dem Gefühl als ob das Herz rasen würde.

Erstbefund:

Der Radialispuls ist noch zufriedenstellend tastbar, allerdings deutlich tachykard mit Frequenz bei 130-150 /min.

Die Pulsoxymetrie ergibt eine Sauerstoffsättigung von 94% und eine Herzfrequenz von 165/min.

Blutdruck 115/60 mmHg (Der Patient berichtet, dass bei ihm ansonsten eher hypertensive Blutdruckwerte gemessen worden seien).

Vesikuläres Atemgeräusch beidseits. Atemfrequenz 12/min. Die kardiale Auskultation ergibt keinen relevanten pathologischen Befund.

Erkennbare Narbe im  Bereich der re. Brustvorderwand subclaviculär mit tastbarem Schrittmacheraggregat.

Erstmaßnahmen und weitere Diagnostik:

Anlage eines intravenösen Zugangs im Bereich des Handrückens. Der Blutzucker wird mit 130 mg% bestimmt. Die Ableitung des 12-Kanal-EKG’s ergibt den nachfolgend dokumentierten Befund:

Wie die Ärzte vorgehen, welche überraschenden Ergebnisse die Laboruntersuchung bringt und wie es dem Mann ergeht, lesen Sie im zweiten Teil des Beitrags.

  1. Müntefering G. Fall des Monats Februar 2021. AGNNW

Bildquelle: © gettyImages/Jelena Stanojkovic

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