20. März 2019

Effiziente Kommunikation bei der Visite

Eine gut funktionierende Visite ist ein zentrales Element einer befriedigenden Arzt-Patienten-Beziehung. Der Zeitdruck erfordert hierbei ein strukturiertes Vorgehen. Mit diesen Strategien gehen Sie effizient und stressfrei vor.

Lesedauer: 3 Minuten

Der Beitrag basiert auf einer Arbeitshilfe zur Kommunikation bei der Visite 1 der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorung e. V.
Redaktion: Laura Cabrera, Marc Fröhling.

Die Visite als Spannungsfeld zwischen Arzt und Patient

Für den Patienten ist die Visite eine wichtige Gelegenheit, um Fragen zu stellen und Sorgen zu äußern, damit diese vom Behandler relativiert werden können. Der gelungene Austausch mit dem Patienten stärkt zudem das Vertrauen und auch die Compliance.

Allerdings bleibt Ärzten nur wenig Zeit, dem Patienten die gewünschten Informationen zu vermitteln. Damit die Kommunikation für beide Seiten befriedigend verläuft, können die hier zusammengefassten Strategien nützlich sein.1,2

Stimmen die Rahmenbedingungen?

Die Visiten-Zeit sollte in einem geschützten Rahmen zu einem feststehenden Termin stattfinden. Hierzu sind Telefone, falls möglich, lautlos zu stellen. Auch ein einfaches Türschild, das auf die Visite hinweist, hilft, Störungen zu vermeiden. Der Visitenwagen ist, besonders im chirurgischen Bereich, komplett bestückt.

Ideal ist es, wenn auf ein Laptop oder Tablet zurückgegriffen werden kann. So wird die virtuelle Dokumentation zeitnah erledigt und es wird verhindert, dass Details in Vergessenheit geraten. Zudem können Laborwerte und Bildbefunde an der Bettseite überprüft und dem Patienten erläutert werden.1,2

Der Patient steht im Mittelpunkt

Bei der Visite sollte nicht über den Patienten als „Objekt“ gesprochen werden. Das Ziel ist ein Dialog und gegenseitiger Austausch. Er soll sich respektiert fühlen und über die nächsten Behandlungsschritte im Bilde sein.

Was vor der Türe besprochen werden sollte

Das eigentliche Visitengespräch sollte im Dialog mit dem Patienten stattfinden. Bevor das Team ins Zimmer geht, stimmt es sich über die Ziele des Gespräches ab. Dadurch wird die fachliche Diskussion getrennt vom Austausch mit dem Patienten. Das Team legt die relevanten Themen fest und teilt auf, wer im individuellen Fall für die Gesprächsführung zuständig ist. Häufig ist von Vorteil, wenn derjenige Arzt, den der Patient am besten kennt, die Gesprächsführung übernimmt.

Wenn im Gespräch mit dem Patienten neue Erkenntnisse ein verändertes Vorgehen verlangen oder Aufgaben delegiert werden müssen, wird darüber außerhalb des Krankenzimmers gesprochen.1,2

Gesprächsführung: Strukturiert und verständlich

Eine sinnvolle Gesprächsstruktur bildet die Grundlage für eine gelungen Visite. Zunächst werden der Inhalt und das Ziel des Gesprächs angekündigt. Es sollten nicht mehr als drei bis fünf relevante Informationen kurz und prägnant vermittelt werden. Ein entspanntes Sprechtempo hilft dem Patienten dabei, das Gesagte aufzunehmen. Die Sprache sollte verständlich und einfach gewählt sein. Dabei hilft es, sich sprachlich am Stil des Patienten zu orientieren.

Es ist sinnvoll, Raum für offene Fragen zu bieten. Durch freundliche Gestik und eine entspannte Körperhaltung kann der Behandler für eine offene Gesprächsathmosphäre sorgen. Zum Schluss sollte geklärt werden, ob der Patient alles verstanden und hat oder ob weitere Sorgen und Ängste bestehen.1-3

1. Kommunikation bei der Visite. Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V.; Weber, H. et al, 12.12.2016.
2. Kommunikation: So gelingt die Visite. Aerzteblatt.de. Holtel, Markus; Weber, Heidemarie, 07.01.2019.
3. Grundregeln der Kommunikation. Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e. V.; Rode, S. et al, 12.12.2016.

Titelbild: ©iStock.com/katleho Seisa

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