16. November 2015

Einfacher Test liefert Hinweise auf postoperativen Schmerz

Vor einem chirurgischen Eingriff lässt sich mithilfe der Schmerzempfindung bei der venösen Kanülierung und bei Propofolapplikation die zu erwartende postoperative Schmerzintensität abschätzen. Das haben schwedische Anästhesisten bei Patienten beobachtet, die sich einer laparoskopischen Cholezystektomie unterziehen mussten.

Dieser Beitrag von Robert Bublak erscheint mit freundlicher Genehmigung von Springer Medizin. Weitere Beiträge aus dem Fachgebiet AINS finden Sie auf Springer Medizin – AINS.

Wie Persson und ihre Kollegen berichten, war der Anteil der Patienten, die postoperativ mit einem Opioid behandelt werden mussten, in der Gruppe mit einem VAS-Wert über 2 signifikant größer als in der Vergleichsgruppe (65 Prozent versus 36 Prozent). Dabei erfassten die Ärzte die ersten eineinhalb Stunden nach dem Eingriff. Bei Patienten mit stärkeren Schmerzen bei der Kanülierung musste das Opioid zudem früher verabreicht werden (nach 12 versus 90 Minuten).

Außerdem klagten sie über stärkere postoperative Schmerzen (VAS 5,8 versus 2,9). Unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht hatten Patienten mit einem präoperativen VAS-Wert über 2 ein 3,4fach höheres Risiko für postoperative Schmerzen, wie die Ärzte berichten. Insgesamt drei Fünftel der Patienten gaben eine postoperative Schmerzstärke von mindestens 4 auf der VAS-Skala an, was nach Ansicht der Ärzte inakzeptabel ist.

Schließlich korrelierte die Stärke der Schmerzen, die die Patienten angaben, wenn ihnen vor der Op. eine geringe Dosis Propofol von 30 mg über fünf Sekunden durch den Katheter am Handrücken injiziert worden war, signifikant mit der Schmerzintensität innerhalb der ersten 90 Minuten nach dem Eingriff.

Einschränkend weisen Persson und ihre Kollegen darauf hin, dass die 90-minütige postoperative Phase möglicherweise etwas kurz sein könne. Zudem seien keine psychischen Faktoren wie Angstgefühle beim Anlegen der Kanüle oder der Propofolinjektion bei der Auswahl der Patienten berücksichtigt worden.

  1. Peter Leiner: springermedizin.de
  2. Persson AKM et al.; Acta Anaesthesiol Scand 2015; online 16. September; doi: 10.1111/aas.12634: Prediction of postoperative pain from assessment of pain induced by venous cannulation and propofol infusion

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